Millionen persönlicher Daten aus Android-Apps landen bei Tech-Giganten wie Google und Facebook. Forscher der University of Oxford haben 959.000 Drittanbieter-Apps im Google Play Store in Großbritannien und den USA analysiert und festgestellt, dass 88 % davon Daten an Alphabet, die Mutter von Google, weiterleiten.

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Laut Studie erhalten Facebook-Dienste Daten von 43 % der Apps, Twitter von 34 %, Verizon von 26 %, Microsoft von 23 % und Amazon von 18 %.
Diese Firmen erfassen Alter, Geschlecht, Standort und Nutzungsverhalten – unter anderem. Daraus entstehen hochpräzise Nutzerprofile für personalisierte Werbung, Kreditchecks oder politische Kampagnen.
"Dies ermöglicht detaillierte Profile über Individuen, die Rückschlüsse auf Einkaufsgewohnheiten, sozioökonomischen Status oder politische Ansichten zulassen könnten", erklären die Oxford-Forscher.
Apps nutzen Drittanbieter-Tracker zur Datenweitergabe. Viele zielen auf Kinder ab und sammeln deren Daten. In den USA generiert Online-Werbung jährlich über 59 Milliarden US-Dollar (ca. 45 Milliarden Pfund).
"Die meisten Apps enthalten Drittanbieter-Tracking, dominiert von wenigen großen Playern. Nachrichten- und Kinder-Apps sind besonders betroffen. Tracking ist global, viele Tracker sitzen außerhalb der EU", heißt es im Bericht.
Die Ergebnisse zeigen Herausforderungen für Regulierer und Unternehmen. "Vollständige App-Store-Audits helfen, kritische Bereiche zu priorisieren", empfehlen die Experten.
Nach Business Insider betont ein Google-Sprecher: "Daten dienen üblichen Funktionen wie Crash-Reports. Wir fordern Transparenz und Einwilligung. Verstöße führen zu Sanktionen."