Was haben Frauenhandtaschen, Sternengucken und Cardcaptor Sakura gemeinsam? Nicht viel – außer dass sie in drei der Hunderten Einreichungen für die diesjährigen Information is Beautiful Awards (IBA) im Mittelpunkt stehen.

Die IBA sind ein renommierter jährlicher Wettbewerb, der die Kunst der Datenvisualisierung feiert und fördert. Hunderte Studenten, Medienhäuser und Studios reichen ihre Projekte ein. Die Ergebnisse sind stets beeindruckend vielfältig: Grafiken, Diagramme und innovative Techniken verwandeln trockene Zahlen in zugängliche, ästhetisch ansprechende Kunst.
Verwandte Themen: Was bringen Ihnen 10 GB Daten wirklich? Hier sehen Sie, wie viele Daten wir dem Internet jede Minute hinzufügen. 8 Karten, die zeigen, wie ungleich der Internetzugang ist.
Nehmen Sie sich Zeit und browsen Sie die Liste der bisherigen Gewinner – eines der unterhaltsamsten Wege, neue Statistiken zu entdecken, die Sie im nächsten Gespräch einsetzen können.
Gestartet 2012 mit Fokus auf Wissenschaft und Technik, umfasst die IBA heute alle Themenbereiche. Die aktuelle Shortlist reicht von Shakespeare bis zur thailändischen Höhlenrettung.
Tobias Slater, Redaktionsleiter der IBA, erklärt: „Das ist die Schönheit der Awards. Datenvisualisierung eignet sich hervorragend für Politik und Wissenschaft, bietet aber auch Raum, Leidenschaften zu erkunden. Die Leute lassen sich von dem inspirieren, was sie fasziniert – und stellen oft die besten Fragen.“
Genau diese Neugier trieb Kim Albrecht zu seinem Projekt Artificial Senses an: Eine interaktive Visualisierung, wie Geräte die Welt „sehen“. „Ich habe mein Handy immer dabei, wusste aber nicht, wie es die Umwelt wahrnimmt“, sagt er. Es ist der Auftakt zur Serie „Images of Operation“.

Die Bewertung erfolgt durch eine Expertjury und öffentliche Abstimmung – in diesem Jahr mit dem größten Gremium bisher, zur Hälfte aus Daten- und Fach Experten. „Früher kamen Zehntausende Stimmen herein“, so Slater. „So geben wir der Community einen Jury-Platz.“
Die Jury sucht Werke, die Daten zu einer packenden Geschichte machen – visuell ansprechend, ohne abzulenken.
Dr. Cath Sleeman, Quantitative Research Fellow bei Nesta und Mitgründerin von Making Sense of Skills, liebt diese Herausforderung: „Mit begrenzten Mitteln wie Farbe, Länge und Fläche datengesteuerte Insights klar und einprägsam darstellen.“ Das Projekt analysiert Fähigkeiten aus über 40 Millionen Stellenanzeigen.

Nominierungen und Abstimmungen sind abgeschlossen, doch Einreichungen sind offen für alle Formate: Animationen, Karten, Interaktives oder sogar Skulpturen – solange visuell und datenbasiert. Studenten und Unveröffentlichte reichen kostenlos ein. Gebühren: Kleine Teams 50 USD (ca. 46 €), Medien/NGOs 100 USD (ca. 92 €), Große Agenturen 200 USD (ca. 184 €). Sponsor Kantar hält sie niedrig.
Mehr als Preisgeld lockt: Gewinner erhalten Anerkennung, Buchdeals, Ausstellungen und Jobs. Datenvisualisierungen revolutionieren die Nachrichtenkommunikation – von Hurrikanpfaden bis kosmischen Zeitskalen wie Histographie von Matan Stauber auf Vimeo.
Selbst Zahlenmuffel finden hier zugängliche Insights. Der diesjährige Pool mit Tausenden Einreichungen wurde auf 100 Shortlist-Kandidaten reduziert. Folgen Sie den News auf der IBA-Seite oder besuchen Sie die Verleihung live in New York am 4. Dezember.
Foto: Kantar Information is Beautiful Award