Fortschritte in der Krebsbehandlung machen es Chirurgen leichter, bösartige Tumore im Gehirn und an der Wirbelsäule während Operationen zu erkennen. Traditionell verlassen sie sich auf das bloße Auge, um Krebsgewebe von gesundem zu unterscheiden. Eine neue klinische Studie zur Chemikalie 5-ALA bietet jedoch einen Durchbruch bei Patienten mit diagnostizierten Gliom-Hirntumoren.

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Der chemische Name 5-ALA mag unbedeutend klingen, doch als orale Ergänzung revolutioniert er den Kampf gegen Krebs. Verabreicht als Trank vor der Operation, hebt er unter UV-Licht gefährliche Gliomtumore fluoreszierend hervor.
In einer aktuellen Studie erhielten 99 Patienten mit Verdacht auf hochgradige Gliome 5-ALA – umgangssprachlich „Pink Drink“ genannt. Bei 85 Patienten zeigte sich das rosa Leuchten: Bei 81 wurde ein hochgradiges Gliom bestätigt, bei einem ein niedriggradiges und bei drei konnte keine Beurteilung erfolgen.
Bei den 14 Patienten ohne Fluoreszenz hatten 7 niedriggradige Gliome, die restlichen 7 blieben unklassifizierbar.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass 5-ALA besonders bei aggressiven Gliomen wirkt. Forscher erklären dies mit dem fehlenden Enzym in Krebszellen, das die Substanz abbaut. Gesundes Gewebe neutralisiert sie, Krebszellen nicht – sie leuchten unter UV-Licht auf. Je fortgeschrittener der Tumor, desto effektiver der „Pink Drink“, da das Enzym seltener vorkommt.
Laut The Brain Tumor Charity führt 5-ALA in 70,5 % der Fälle zu einer vollständigen Tumorentfernung – ohne es nur 30 %.
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Hochgradige Gliome sind diffus und senden fadenartige Ausläufer ins umliegende Gehirngewebe, wie The Brain Tumor Charity beschreibt. Eine komplette chirurgische Entfernung ist daher fast unmöglich; Reste werden mit Chemotherapie und Bestrahlung bekämpft.
Mit 5-ALA können Chirurgen jedoch präziser und umfangreicher operieren. Das reduziert Nachbehandlungen, mildert den Therapieprozess und verbessert die Lebensqualität der Patienten erheblich.