Computerviren treten in vielfältigen Formen auf und verursachen Schäden von leichten Störungen bis hin zu massiven Cyberangriffen, die sogar nationale Programme lahmlegen. Die Erstellung einer Top-Liste ist herausfordernd, da Definitionen variieren und manche "neuen" Viren Varianten bekannter Stämme sind. Basierend auf historischen Daten und Expertenanalysen präsentieren wir die einflussreichsten Computerviren.
1. Conficker
Conficker, erstmals 2008 entdeckt (auch bekannt als Downup, Downadup oder Kido), ist ein Wurm, der Windows-Systeme angreift. Er nutzt Sicherheitslücken in Windows und Wörterbuchangriffe auf Admin-Passwörter, um Botnets zu bilden. Millionen Computer in 190 Ländern waren betroffen, einschließlich Netzwerken der französischen Marine, des britischen Verteidigungsministeriums und Parlaments. Symptome: Gesperrte Konten, Netzwerküberlastung und Blockade von Antiviren-Websites. Eine Allianz unter Führung von Microsoft, ICANN und Verisign bekämpfte es erfolgreich.
2. ILOVEYOU
Der ILOVEYOU-Wurm (auch "I Love You") traf im Mai 2000 Millionen Windows-Computer. Getarnt als Textdatei in E-Mails mit dem Betreff "ILOVEYOU", aktivierte ein Visual-Basic-Skript Dateienzerstörung und versendete Kopien an alle Adressbuch-Kontakte. Er täuschte über Windows-Schwächen und nutzte Social Engineering. Etwa 10 % der internetverbundenen PCs waren betroffen, mit Schäden von 5–8 Mrd. USD plus 15 Mrd. USD Reinigungskosten. Pentagon, CIA und britisches Parlament schalteten E-Mails ab. Sogar die Pet Shop Boys widmeten ihm ein Lied.
3. Morris-Wurm
Der Morris-Wurm von 1988, benannt nach Robert Tappan Morris (heute MIT-Professor), demonstrierte Unix-Schwächen. Ein Programmierfehler führte zu einem Denial-of-Service-Angriff auf schätzungsweise 6.000 Computer (10 % aller internetverbundenen). Schäden: 100.000–10 Mio. USD. Er war die erste Verurteilung nach dem US-Computer Fraud and Abuse Act von 1986.

4. Mydoom
Mydoom brach 2004 den Rekord von ILOVEYOU als schnellster E-Mail-Wurm und hält ihn bis heute. Benannt nach Code-Fragmenten "mydom", infizierte es Windows-PCs, öffnete Hintertüren, schwächte Explorer und startete DDoS-Angriffe gegen SCO.com. Die E-Mail enthielt: "andy; Ich mache nur meinen Job, nichts Persönliches, tut mir leid." Es sparte Universitäten, Microsoft und Symantec aus.
5. Stuxnet
Stuxnet (2010) gilt als US-israelische Cyberwaffe gegen Irans Atomprogramm. Über USB-Sticks und gezielte Software zerstörte es 1.000 Zentrifugen in Natanz. Ein Fehler ließ es entkommen und weltweit verbreiten. Teil der US-Operation "Olympische Spiele".
6. CryptoLocker
CryptoLocker (2013), Pionier der Ransomware, verschlüsselte Dateien via E-Mail-Anhänge. Opfer zahlten Lösegeld für Entschlüsselungsschlüssel. Einige retteten Daten per Systemwiederherstellung. Das Botnet wurde 2014 gestört; das FBI bot 3 Mio. USD für Evgeniy Bogachevs Ergreifung.

7. Sasser & Netsky
Sasser und Netsky (vermutlich vom selben deutschen Studenten, 2004) arbeiteten zusammen: Sasser via IP-Scan und Pufferüberlauf (Windows 2000/XP), Netsky per E-Mail. Der Schöpfer wurde festgenommen – Motiv: Familien-PC-Geschäft oder Rekord gegen Mydoom?
8. Anna Kournikova
Der 2001er Wurm nutzte die Popularität der Tennisspielerin: Getarnt als JPEG, verbreitete er sich per E-Mail, richtete aber minimalen Schaden an.

9. Storm Worm
Storm Worm täuschte mit Sensationsnachrichten wie "230 Tote im Sturm über Europa". Klicks verwandelten PCs in Bots für Weiterverbreitung.
10. Brain
Brain (1986), erster MS-DOS-Virus, infizierte Bootsektoren von FAT-Disketten und enthielt Autorenkontaktdaten.
Dies sind nur 10 von Tausenden Viren. Von harmlos bis destruktiv: Scannen Sie mit Antiviren-Tools (Mac/PC). Für Macs eignet sich CleanMyMac X. Beste Schutz: Vorsicht bei Links und Anhängen.