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Datenleck bei AI.type: 31 Millionen Android-Nutzer gefährdet durch unsichere Tastatur-App

Stellen Sie sich vor, Ihre Tastenanschläge könnten nicht nur protokolliert, sondern auch unsicher gespeichert werden. Genau das ist bei der beliebten Android-Tastatur-App AI.type passiert: Ein massives Datenleck hat 31 Millionen Nutzerdaten offengelegt, weil sensible Informationen auf einem ungesicherten Server lagerten.

Datenleck bei AI.type: 31 Millionen Android-Nutzer gefährdet durch unsichere Tastatur-App

AI.type speicherte Benutzerdaten auf einem Server des Mitgründers Eitan Fitusi. Betroffen waren über 577 Gigabyte an personenbezogenen Informationen – darunter Namen, E-Mail-Adressen, Installationsdauer der App sowie genaue Standortdaten wie Stadt und Land.

Interessanterweise traf es nur Android-Nutzer; iOS-Daten wurden separat gespeichert.

Das Leck wurde vom Kromtech Security Center entdeckt und von ZDNet verifiziert. Fitusi schloss die Lücke, gab jedoch keine detaillierte Erklärung ab.

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Die kostenlose Version sammelte mehr Daten als die Premium-Version – wie in der Datenschutzerklärung angegeben. Diese Daten dienten der Werbemonetarisierung, waren jedoch mit Nutzer-IDs verknüpft und unsicher gespeichert. Dazu gehörten IMSI- und IMEI-Nummer, Gerätemodell, Bildschirmauflösung und Android-Version.

Datenleck bei AI.type: 31 Millionen Android-Nutzer gefährdet durch unsichere Tastatur-App

Am besorgniserregendsten: Vollständige Profile enthielten Telefonnummern, Mobilfunkanbieter, IP-Adressen und Wi-Fi-Provider. Bei Google-Login wurden E-Mails, Geburtsdaten, Geschlecht und Profilfotos kompromittiert.

ZDNet fand Tabellen mit 10,7 Millionen E-Mail-Adressen und 374,6 Millionen Telefonnummern. Auch Listen installierter Apps waren betroffen, wenngleich keine App-Daten extrahiert wurden.

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AI.type betont auf seiner Website, Privatsphäre sei ihr "Hauptanliegen" und eingegebener Text "verschlüsselt und privat". Doch Android-Tastaturen haben weitreichende Rechte: SMS lesen, Fotos/Videos ansehen, Audio aufnehmen. Kombiniert mit unsicherer Speicherung wirft das Fragen auf.

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AI.type verspricht, keine Daten weiterzugeben oder aus Passwortfeldern zu lernen. Dennoch fand ZDNet eine Tabelle mit 8,6 Millionen sensiblen Einträgen: Telefonnummern, Suchanfragen, E-Mails und Passwörter.

Premium-Nutzer waren weniger betroffen, doch der Umfang bleibt unklar. Kostenlose Apps bergen Risiken, aber bei Premium-Versionen erwartet man höchste Standards. Mit 31 Millionen Android-Nutzern und potenziell iOS-Betroffenen: Lohnt sich eine Drittanbieter-Tastatur gegen Systemlösungen?