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GATEway-Projekt in Greenwich: Langsame autonome Pods testen öffentliche Akzeptanz

Die leicht angetrunkene Frau, die entlang des Flusses in Greenwich nach Hause schlurfte, ahnte nicht, dass ein autonomer Pod ihr bei jedem Stolpern folgt. Aus übertriebener Höflichkeit hielt das selbstfahrende Fahrzeug Abstand, folgte ihr jedoch den Radweg hinab und konnte sie nicht überholen, ohne zu nah heranzukommen.

GATEway-Projekt in Greenwich: Langsame autonome Pods testen öffentliche Akzeptanz

Im Gegensatz zu gängigen Vorstellungen von autonomen Fahrzeugen – geprägt von US-Tests – fahren die Pods dieses Projekts bewusst langsam und vorsichtig entlang des Flusses nahe der O2-Arena.

Das GATEway-Projekt testet nicht primär die Technologie, obwohl Ingenieure vor Ort an Hardware und Software arbeiten. Stattdessen erforscht es die öffentliche Akzeptanz: „Das Projekt zielt darauf ab, zu verstehen, was Menschen über autonome Fahrzeuge denken und wie sie reagieren“, erklärt Jim Hutchinson, CEO von Fusion Processing, einem Spezialisten für Software und Systeme.

Erste Umfragen zeigen überwiegend positive Einstellungen, trotz Sicherheitsbedenken. „Sicherheit wird immer thematisiert“, sagt Kristen Fernández-Medina, leitende Psychologin bei TRL und technische Leiterin des GATEway-Projekts. „Die Vorteile wie die Eliminierung menschlicher Fehler sind erkennbar, doch Cybersicherheit und Vertrauen als Fußgänger oder Bewohner sorgen für Skepsis.“

GATEway-Projekt in Greenwich: Langsame autonome Pods testen öffentliche Akzeptanz

Eine Fahrt in einem GATEway-Pod zerstreut Bedenken: Die Fahrzeuge bewegen sich langsam und bedacht. Es handelt sich um die gleichen Pods wie in Heathrow, die Passagiere vom Parkplatz zum Terminal bringen – hier jedoch auf dem Radweg, was einige Radfahrer verärgert.

Sie nutzen LIDAR, Kameras, Ultraschall und Radar sowie eine vorkartierte Umgebung aus einem früheren Projekt. Die Entscheidungen erfolgen vollständig an Bord – man spürt förmlich, wie das Fahrzeug anhält, „denkt“ (wie Andy Frost es nennt) und wieder startet. Eine zentrale Station überwacht via 4G, doch Verzögerungen durch Datenlimits können vorkommen, wie bei meiner Testfahrt.

Ein britischer Ansatz

Meine Fahrt in der Viersitzer-Kapsel fiel genau einen Tag nach der Enthüllung des tödlichen Uber-Unfalls in Arizona zusammen – ein Thema im Gespräch mit Hutchinson und Andy Frost von Westfield Technology Group. Die Kapsel rollte langsam, wurde an belebten Stellen vorsichtiger und hielt bei Hindernissen an. Zur Uber-Tragödie: „Zu früh für Ursachenanalysen.“

Bei 5,5 Meilen pro Stunde (ca. 9 km/h) wirkt ein GATEway-Pod harmlos – im Gegensatz zu Ubers 40 Meilen pro Stunde auf einer 45-Meilen-Straße. Noch langsamer fährt es an Orten mit hoher Fußgänger-Dichte wie Baustelleneinfahrten oder Fährausstiegen.

Kein „Thrill Ride“

„Wir reduzieren die Geschwindigkeit, um gute Nachbarn zu sein“, betont Frost. Es geht nicht um Nervenkitzel.

Der britische Weg unterscheidet sich von US-Tests auf öffentlichen Straßen. In Großbritannien dominieren Partnerschaften wie GATEway mit Westfield, Heathrow, Fusion Processing, TRL, University of Greenwich und Förderung durch Innovate UK. Tests sind begrenzt, fokussiert auf Akzeptanz statt reiner Technologie.

GATEway-Projekt in Greenwich: Langsame autonome Pods testen öffentliche Akzeptanz

Siehe auch: Ubers autonome Autos nach tödlichem Crash in Arizona verboten und „Menschen fahren entspannt im Aufzug“: Können wir Einstellungen zu autonomen Autos formen?

Das Projekt integriert Nutzerfeedback: Weniger getönte Scheiben erhöhen Vertrauen – Fußgänger sehen hinein, Insassen fühlen sich offener. Ohne Lenkrad sind Passagiere zunächst überrascht, doch Begeisterung siegt, trotz Sicherheitsbegleiter.

„Hier unten gibt es keine Regeln“

Auf Radwegen fehlen klare Verkehrsregeln. „Es ist ein Freifahrtsgebiet“, sagt Frost. Fußgänger fotografieren Pods meist neugierig. Herausforderungen: Überholen von Musikhörern, Radfahrer oder torkelnde Passanten – oft unter Lachen.

Bilder: GATEway-Projekt