Apple passt die Standardeinstellungen seiner iPhones an, um Hacker daran zu hindern, über den Lightning-Port auf sensible Daten zuzugreifen. Damit beseitigt das Unternehmen eine Lücke, die Strafverfolgungsbehörden nutzen, um Inhalte von gesperrten iPhones zu extrahieren.

Das Unternehmen aus Cupertino betont, dass diese Anpassungen Teil der regelmäßigen Sicherheitsupdates sind. Ziel ist es, iPhone-Nutzern einen höheren Schutz vor Bedrohungen zu bieten. Apple weist jede Absicht zurück, US-Strafverfolgungsbehörden gezielt zu behindern.
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„Wir verstärken kontinuierlich die Sicherheitsmaßnahmen in allen Apple-Produkten, um Kunden vor Hackern, Dieben und unbefugten Zugriffen auf ihre Daten zu schützen“, erklärt Apple in einer offiziellen Stellungnahme.
„Wir haben hohen Respekt vor Strafverfolgungsbehörden und gestalten unsere Verbesserungen nicht, um ihre Arbeit zu erschweren.“
Die Neuerung, genannt „USB-eingeschränkter Modus“, war bereits in Entwickler-Betas von iOS 12 und iOS 11.4.1 integriert. Sie blockiert jegliche Kommunikation über Lightning-zu-USB-Verbindungen bei entsperrten und inaktiven Geräten.
US-Behörden setzen das Tool GrayKey ein – eine Box mit zwei Lightning-Kabeln, die Passwörter knackt und Daten von iPhones extrahiert.

Die Box überträgt den Geräteinhalt auf eine Oberfläche. Die neue Funktion macht solche Hacking-Tools jedoch zunichte.

Diese Maßnahme wirkt weltweit, einschließlich Großbritannien, und trifft besonders das FBI, das in einem langanhaltenden Streit mit Apple um Datenzugriff steht. Bekannt wurde dies durch den Fall San Bernardino 2015, bei dem Apple die Entsperrung eines iPhones ablehnte, das ein Attentäter genutzt hatte und 14 Menschen tötete.
Ähnlich im Sutherland-Springs-Massaker 2017: Devin Kelley erschoss 26 Menschen und verletzte 20. Die Polizei schickte das iPhone SE des Täters in eigene Labore, statt Apple um Hilfe zu bitten.
Apple hatte das FBI umgehend kontaktiert und Unterstützung angeboten. Stattdessen erhielt es Durchsuchungsbeschläge für Daten des Geräts und eines weiteren Telefons am Tatort.
„Wir boten Hilfe an und versprachen, auf alle Rechtsverfahren schnell zu reagieren“, so Apple damals. Die FBI-Aktivitäten erschwerten jedoch den Zugriff.