Apple und Samsung wurden von der italienischen Wettbewerbsbehörde mit hohen Geldstrafen belegt. Grund: Durch Software-Updates wurde die Leistung älterer Smartphones absichtlich gedrosselt, um Kunden zu neuen Modellen zu treiben – ein klarer Fall geplanter Obsoleszenz.

Verwandte Themen: Three und Vodafone stehen wegen Verdachts auf unfaire Drosselung in der Untersuchung. Apple erlaubt Deaktivierung der Batterieverlangsamung in iOS – doch nicht empfohlen. Apple vor US-Senat zu iPhone-Verlangsamung befragt.
Apple muss 8,8 Millionen Pfund zahlen, Samsung 4,4 Millionen Pfund. Beide Konzerne sind verpflichtet, ihre Websites zu aktualisieren und die Strafe dort offenzulegen.
Die Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) hat nach umfassender Untersuchung festgestellt, dass die Firmen gegen Artikel 20, 21, 22 und 24 des italienischen Verbraucherschutzgesetzes verstoßen. Software-Updates für ältere Geräte waren nicht optimal ausbalanciert, was zu Leistungseinbußen und teilweise Fehlfunktionen führte.
Das Ziel: Nutzer sollten nach spürbarer Verschlechterung zu teureren Nachfolgemodellen greifen.
Beispiel Samsung: Galaxy Note 4-Nutzer wurden aufgefordert, ein Update für die Note 7 zu installieren, was die Leistung des älteren Modells massiv einbußen ließ.
Die AGCM spricht von "unlauteren Geschäftspraktiken" bei beiden Unternehmen.
"Samsung hat kein Software-Update veröffentlicht, das die Leistung des Galaxy Note 4 beeinträchtigt", betont ein Samsung-Sprecher. "Samsung liefert stets Updates für das optimale Kundenerlebnis."
Apple schwieg zur Entscheidung. Die AGCM begründet die höhere Strafe damit, dass Apple Nutzer nicht über Möglichkeiten zur Verlängerung der Lithiumbatterie-Lebensdauer informierte, obwohl dies vorgeschrieben war.
Aus Branchensicht sind solche Strafen ein wichtiger Schritt, wenngleich für Giganten wie Apple (Vermögen: 1 Billion US-Dollar) oder Samsung marginal. Dennoch: Ein Signal, dass Tech-Riesen zur Rechenschaft gezogen werden.