Das britische Gesundheitssystem NHS hat mit Microsoft eine umfassende Vereinbarung getroffen, um alle Geräte auf Windows 10 zu migrieren. Ziel ist es, die Cybersicherheit in Krankenhäusern nach jüngsten Angriffen spürbar zu verbessern.

Dieses lang erwartete Upgrade ersetzt das seit 2014 nicht mehr unterstützte Windows XP – fast ein Jahr nach dem verheerenden WannaCry-Ransomware-Angriff, der NHS-IT-Systeme lahmgelegt hat.
Im Rahmen der Partnerschaft erhalten alle NHS-Geräte die neuesten Sicherheitsupdates direkt von Microsoft. Windows 10 bietet fortschrittliche Schutzfunktionen wie SmartScreen, Windows Defender sowie Tools zur Erkennung von Viren, Phishing und Malware. Infizierte Systeme werden isoliert, bösartige Prozesse gestoppt – eine klare Verbesserung gegenüber dem veralteten XP.
"Cyberangriffe sind eine wachsende Bedrohung. Unsere Gesundheitsorganisationen brauchen sichere Systeme, denen Patienten vertrauen können", betonte Jeremy Hunt, damaliger Gesundheitsminister. "Wir haben NHS-Systeme über Jahre aufgerüstet, doch mehr ist nötig, um zukunftssicher zu sein. Windows 10 gewährleistet die modernste Software, wie die Öffentlichkeit es erwartet."
Die Ankündigung kommt zwei Wochen nach einem vernichtenden Bericht des Parliamentary Public Accounts Committee (PAC): Kein einziger NHS-Trust bestand die Cybersicherheitsprüfung. Viele scheiterten allein an fehlenden Patches – der Hauptgrund für die WannaCry-Anfälligkeit.
WannaCry infizierte 2017 weltweit 300.000 Computer in 150 Ländern. Laut National Audit Office (NAO) waren mindestens 34 % der NHS-Trusts betroffen, was 6.900 Termine zur Absage zwang. Obwohl NHS kein primäres Ziel war, machten Sicherheitslücken – teils durch XP – es verwundbar. Eine Kaspersky-Analyse ergab: 97 % der Infektionen trafen Windows 7, XP nur marginal. Windows 10 blieb unbetroffen.
Das Gesundheitsministerium pumpte anschließend 21 Millionen Pfund in die Cybersicherheit und folgte Empfehlungen der National Data Guardian und Care Quality Commission. Dennoch scheiterten Trusts weiterhin an PAC-Tests.
NHS Digital-Vizedirektor Rob Shaw: "Windows 10 bringt Fortschritte in Sicherheit und Identitätsschutz für Desktops und Mobilgeräte. Zusätzliche Finanzierung ermöglicht Echtzeit-Überwachung und gezielte Bedrohungserkennung."
Seit XP-Ende 2014 sicherte ein 5-Millionen-Pfund-Vertrag temporäre Updates für NHS, Polizei und andere. Der Metropolitan-Police-CIO gab an, bis Mai alle XP-Systeme zu ersetzen.
Die Microsoft-Kosten bleiben geheim (kommerzielle Sensibilität), sind aber kein Teil der 150-Millionen-Pfund-Investition über drei Jahre, die ein neues Security Operations Center umfasst. Alphr fragte NHS Digital nach Gerätezahlen und Zeitplan.
Cindy Rose, Microsoft UK-CEO: "Der zentrale Windows 10-Deal schafft einheitliche Sicherheit und erleichtert die IT-Modernisierung des NHS."
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