Stellen Sie sich vor, Sie finden einen vergessenen USB-Stick im Queens Park. Statt harmloser Dateien birgt er vertrauliche Sicherheitsdetails der Queen. Genau das geschah kürzlich in London.

Ein Passant entdeckte den Stick in der Ilbert Street und übergab ihn der Sunday Mirror. Darauf: 76 Ordner mit mindestens 174 unverschlüsselten Dokumenten zu königlichen Sicherheitsmaßnahmen und dem Flughafen Heathrow. Enthüllt werden der exakte Routenplan der Queen zum Flughafen, Zugangsausweise für Sperrgebiete – inklusive verdeckter Beamter –, detaillierte Karten von Fluchttunnels, Überwachungskameras, Patrouillenrouten bei Terroralarm und Ultraschallradar-Systeme.
Neben Fotos von Scannern und Röntgengeräten der Queen finden sich Funkcodes für Entführungs-Szenarien, Fahrer-Details und Ausnahmen von Sicherheitskontrollen.

"Solche Informationen erleichtern potenziellen Angreifern das Entgehen von Entdeckung. Die Anhäufung von Dokumenten, Karten und Videos stellt ein erhebliches Risiko dar", warnt ein ehemaliger Terrorismus-Experte mit Spezialisierung auf Flughafensicherheit gegenüber der Sunday Mirror.
Dieses Leck fällt in eine Zeit erhöhter Bedrohung, kurz nach dem Parsons-Green-Anschlag, der die Terrorstufe auf "kritisch" hob. Die Dateien waren als "vertraulich" markiert, aber unverschlüsselt – ein Paradebeispiel für die Risiken mangelnder Verschlüsselung, wie sie Innenministerin Amber Rudd kürzlich thematisierte.
Scotland Yard und Heathrow-Leitung ermitteln: Wie landete der 2,5-GB-Stick im Park? Befürchtet wird eine Kopie für den Dark Web. Heathrow startete eine interne Untersuchung, um zukünftige Lecks zu verhindern.