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NASAs revolutionärer Venus-Rover: Steampunk-Mechanismen und Morsecode für extreme Höllenbedingungen

Venus ist kein Ort für empfindliche Sonden. Mit dem 90-fachen des irdischen Atmosphärendrucks und Oberflächentemperaturen bis 462 °C herrscht dort eine vulkanische Höllenlandschaft, die Geräte rasch zerstört. Die sowjetischen Vega-Ballons der 1980er überlebten nur Stunden, bevor Schwefelsäure-Hurrikane sie vernichteten.

Sehen Sie sich den zugehörigen „Diamantenregen“ an, der auf Uranus nachgewiesen und auf Erde nachgebildet wurde – er könnte unsere Energiekrise lösen. China sendet unhackbaren Quantencode aus dem All.

Um diese Herausforderungen zu meistern, greifen Forscher des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) auf Morsecode, mechanische Uhrwerke und Panzerketten aus dem Ersten Weltkrieg zurück.

Ein Kernproblem: Elektronik schmilzt unter Venus-Bedingungen. Ein neuer NASA-Chip widersteht Extremen, ist aber noch in der Proof-of-Concept-Phase. Das vom NASA-Programm „Innovative Advanced Concepts“ geförderte AREE-Design (Automaton Rover for Extreme Environments) verzichtet komplett auf Elektronik und setzt auf „Steampunk-Computing“.

„Venus ist zu feindlich für komplexe Systeme wie auf Mars-Rovern“, erklärt JPL-Mechatronikingenieur Jonathan Sauder. „Ein rein mechanischer Rover könnte jedoch ein Jahr überleben.“

Integrierte Windturbinen treiben die Uhrwerke an – unabhängig von der Position. Ursprünglich inspiriert von Theo Jansens windgetriebenen „Strandbeests“, wurden diese als zu fragil verworfen. Stattdessen sorgen robuste Panzerketten aus dem Ersten Weltkrieg für Geländetauglichkeit auf kraterübersäten Flächen.

Ohne Elektronik ist Kommunikation tricky. Daten sollen per Radar von Orbitern empfangen werden. Ein spezielles Ziel auf dem Rover reflektiert Signale – quasi „umgekehrte Stealth-Technologie“. Mit rotierendem Verschluss codiert es Morsezeichen.

NASAs revolutionärer Venus-Rover: Steampunk-Mechanismen und Morsecode für extreme Höllenbedingungen

Das AREE-Team ist in der frühen Phase. Nächster Schritt: Auswahl und Verfeinerung der Komponenten. Als JPL-Experten optimieren wir solche Konzepte kontinuierlich für reale Missionen.

Bild: NASA