Das Silicon Valley begeistert sich seit Jahren für Künstliche Intelligenz – ein echtes Buzzword in der Tech-Branche. Intel unterstreicht dies und stärkt seine Position im KI-Markt mit dem Myriad X, einer hochperformanten Weiterentwicklung des Myriad-2-Chips für Computer-Vision-Anwendungen.

Der Chip stammt von Movidius, einem IoT-Spezialisten, den Intel vor knapp einem Jahr übernahm. Myriad X ist weltweit das erste System-on-Chip (SoC) mit einer dedizierten Neural Compute Engine (NCE): Ein spezialisierter Hardwareblock, der tiefe neuronale Netze mit hoher Geschwindigkeit, geringem Stromverbrauch und präziser Genauigkeit verarbeitet. So können Geräte ihre Umgebung in Echtzeit wahrnehmen, verstehen und reagieren.
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Intel erwarb Movidius im September, um seine RealSense-Kameratechnologie zu boosten. Diese ermöglicht fortschrittliche Mensch-Maschine-Interaktionen wie Gesichts-, Gesten- und Spracherkennung sowie Augmented Reality. Movidius spezialisiert sich auf energieeffiziente Chips für maschinelle Intelligenz.
„Mit der Neural Compute Engine liefert die Myriad-X-Architektur 1 TOPS Rechenleistung bei neuronalen Netz-Inferenzen“, heißt es in Intels Ankündigung. TOPS steht für Tera-Operationen pro Sekunde (eine Billion Operationen).

„Wir stehen vor dem Durchbruch: Computer Vision und Deep Learning werden Standard in Milliarden Alltagsgeräten“, erklärt Remi El-Ouazzane, VP und General Manager bei Movidius. „Myriad X setzt neue Maßstäbe für VPUs – maximale KI- und Vision-Power unter engen Energie- und thermischen Grenzen moderner Edge-Geräte.“
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Der kompakte Myriad X eignet sich ideal für autonome Systeme wie selbstfahrende Autos. Neben der NCE integriert er vier Kernfunktionen für Echtzeit-Bildverarbeitung, Vision und Deep-Learning-Inferenz:
1. Programmierbarer 128-Bit-VLIW-Vektorprozessor: Führt mehrere Imaging-Pipelines parallel aus, mit der Flexibilität von 16 dedizierten Vision-Vektorprozessoren.
2. Erweiterte MIPI-Lanes: Unterstützt bis zu 8 HD-RGB-Kameras direkt, mit 16 Lanes für 700 Millionen Pixel pro Sekunde Bildsignalverarbeitung.
3. Enhanced Vision Accelerators: Über 20 Hardware-Beschleuniger für Aufgaben wie optischen Fluss und Stereotiefe – ohne zusätzlichen Rechenaufwand.
4. 2,5 MB homogener On-Chip-Speicher: Bietet bis zu 450 GB/s interne Bandbreite, minimiert Latenz, Verbrauch und externe Datenübertragungen.
Intel nennt keine Preise, doch mit diesen Features wird Myriad X teurer als der nicht ersetzte Myriad 2 ausfallen.