Facebook legt offiziell ein Mindestalter von 13 Jahren für den Zugriff auf seine Plattform und Messenger-App fest. Doch in der Realität sitzen viele Kinder schon viel früher vor Tablets und Smartphones – denken Sie nur an den Dreijährigen im Café, der gebannt auf sein iPad starrt. Um diesen Trend aufzunehmen, hat Facebook Messenger Kids entwickelt: eine speziell für Kinder gestaltete Version der beliebten Chat-App.

Siehe verwandte Artikel: Facebook-Gründer Sean Parker: „Gott allein weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder anstellt“. Der Erfinder des Facebook-Likes: „Es wird immer unbeabsichtigte Folgen geben“. Facebook stellt sich seiner Verantwortung, zur Eindämmung von Online-Mobbing beizutragen.
Messenger Kids erleichtert den Austausch zwischen Kindern, Familie und Freunden via Text- und Video-Chat. Die App ist für geräte ohne Telefonnummer optimiert, wie Tablets oder iPod touch. Eltern melden ihre Kinder mit Vor- und Nachname an – ideal, da viele Kids noch kein eigenes Smartphone haben. Derzeit ist sie auf iOS in den USA beschränkt, folgt aber bald für Amazon Kindle und Android-Geräte. Bei Vollendung des 13. Lebensjahrs können Kinder frei wählen, ob sie zu Facebook wechseln.
Die App unterliegt der strengen Children’s Online Privacy Protection Rule (COPPA), enthält keine Werbung und keine In-App-Käufe – ein Schutz vor unkontrollierten Online-Einkäufen. Kreative Filter wie Gesichtsbemalung, Hasenohren oder AR-Schmetterlinge sorgen für Spaß.
Trotz kindgerechter Gestaltung muss Facebook höchste Wachsamkeit walten lassen, um die Fehler von YouTube zu vermeiden: Dort wurden Kinder verstörenden Inhalten ausgesetzt, inklusive Kommentaren von Verdächtigen. Nach 18 Monaten Entwicklung sind solide Sicherheitsmaßnahmen implementiert, doch Eltern sollten die Nutzung stets überwachen. Facebook bekennt sich zur Bekämpfung von Online-Mobbing – aktuelle Childline-Statistiken zeigen: Über 60 Kinder rufen täglich mit Suizidgedanken an. Ergänzt durch Sean Parkers Warnung vor der Ausnutzung menschlicher Psychologie, ist Vorsicht geboten.
Kopfzeilenbild: Jim Bauer, verwendet unter Creative Commons