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Code First Girls: Bis 2020 20.000 Frauen das Programmieren beibringen – ein Brexit-Vorteil für die britische Tech-Branche

Der Brexit hat das Vereinigte Königreich in turbulente Zeiten gestürzt, und die Tech-Branche spürt dies besonders. Ein Bericht des Jobportals Hired aus Mai zeigte: 41 % der Tech-Fachkräfte sind nach dem EU-Austritt weniger bereit, ein Unternehmen in Großbritannien zu gründen. Ausländische Talente wandern ab – in die USA, Deutschland oder Frankreich. Wie bleibt Großbritannien wettbewerbsfähig und schließt die Lücken? Code First Girls sieht die Lösung bei Frauen.

Das gemeinnützige Unternehmen Code First Girls entstand als Programm des Startup-Accelerators Entrepreneur First (EF), gegründet von Alice Bentinck und Matthew Clifford. Als sie den Frauenmangel bei Bewerbungen bemerkten, starteten sie 2013 Code First Girls, um die männerdominierte Startup-Szene zu diversifizieren. 2014 wurde es unabhängig, mit Amali de Alwis als erster CEO.

In drei Jahren haben sie über 5.000 Frauen kostenlos Programmieren gelehrt und Schulungen im Wert von 2,5 Millionen £ angeboten. Absolventinnen arbeiten bei Facebook, Twitter, Thoughtworks, The Guardian, Accenture oder NASA – viele geben nun selbst Kurse.

Heute startet Code First Girls die 20:20-Kampagne: Bis 2020 sollen 20.000 Frauen kostenlos programmieren lernen. Dafür werden 1,5 Millionen £ gesammelt – 75 £ pro Frau. CEO Amali de Alwis: „Es ist essenziell, die Tech-Branche mit Frauen zu fluten.“

Siehe verwandte Artikel zum Internationalen Frauentag: Was können wir gegen das Diversitätsproblem in der Tech tun? Die unbequeme Wahrheit über Sexismus in der Tech.

De Alwis' Weg in die Tech war holprig: Zwischen Naturwissenschaften und Kreativität hin- und hergerissen. „Als Kind nähte ich Barbies Westen und baute Alarmanlagen – beides machte Spaß“, erzählt sie.

Code First Girls: Bis 2020 20.000 Frauen das Programmieren beibringen – ein Brexit-Vorteil für die britische Tech-Branche

(Bild: Code First Girls CEO Amali de Alwis. Foto: Lauren Maccabee)

Bis in ihre 20er Jahre kämpfte sie mit der 'Links-Rechts-Gehirn'-Dichotomie: Bachelor in Ingenieurwissenschaften, dann Schuhdesign. „Ironischerweise war es derselbe Abschluss – Programmieren ist kreativ wie Designprozesse in Flugzeugen oder Schuhen.“

Wie locken wir Mädchen in Tech-Jobs, ohne Kreativität zu opfern? 2016 nahmen 26.845 Studierende Informatik auf – nur 14 % Frauen (3.775). 20.000 mehr könnten die Branche revolutionieren.

„Es muss mit Bildung beginnen“

„Es muss in Schulen starten“, sagt de Alwis. „Informatikberufe sind neu, Schulberatungen ignorieren sie für Mädchen.“ Absolventinnen aus allen Bereichen wechseln erfolgreich in Tech. Schulen drängen zu 'entweder MINT oder Kreatives'.

Die Regierung kündigte an, Informatiklehrer auf 12.000 zu verdreifachen – doch de Alwis warnt: „Politische Initiativen sterben mit Regierungswechseln.“ Frauen in Tech sind zukunftsweisend.

Code First Girls: Bis 2020 20.000 Frauen das Programmieren beibringen – ein Brexit-Vorteil für die britische Tech-Branche

(Bild: Alumna Aseel Mustafa. Foto: Code First Girls)

2007 waren 10 % der Programmierer Frauen, heute nur 3,9 % (Office for National Statistics). Gründe: Wie bei Uni-Studien – zu wenig Förderung.

Beim Brexit-Brain-Drain (KPMG: 1 Mio. EU-Bürger könnten gehen, viele Hochqualifizierte) braucht UK Talente – Frauen und Männer. „Brexit ist wie in den Lauf der Waffe schauen“, sagt de Alwis. „Mehr Coder sind immer besser.“

„Ob Frauen oder Männer: Mehr Coder sind besser für Großbritannien.“

Für 1,5 Mio. £ sucht Code First Girls dreijährige Partner. Sponsoren Sie einen Kursplatz für 75 £ oder spenden Sie.

„Wir verändern nicht nur Frauen, sondern die britische Wirtschaft“, betont de Alwis. Unterstützt von Baroness Lane-Fox, Sarah Drinkwater (Google) und Dame Stephanie Shirley, zielt die Kampagne auf Stabilität ab.

„Viele bleiben, weil sie die Leidenschaft und den Impact sehen.“

Mehr zur 20:20-Kampagne: Code First Girls Website.

Hauptfoto: Selina Pavan