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Warum PTBS-Patienten trotz Therapie Rückfälle erleiden: Neue Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft

Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) gilt in der Psychiatrie als eine der zentralen Säulen. In Großbritannien war sie 2014 mit 38 % die häufigste Therapieform. Dennoch zeigt CBT bei Traumata wie der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oft Lücken, da Rückfälle häufig sind. Eine neue Studie des Queensland Brain Institute liefert nun aufschlussreiche Erklärungen.

Warum PTBS-Patienten trotz Therapie Rückfälle erleiden: Neue Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft

CBT setzt bei PTBS häufig auf Expositionstherapie, bei der Patienten in sicherer Umgebung durch Extinktionstraining mit Auslösern konfrontiert werden.

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"Dieses Verfahren entkoppelt einen Reiz von der damit verbundenen Reaktion – hier Angst", erklärt Dr. Roger Marek, leitender Forscher der Studie.

Warum PTBS-Patienten trotz Therapie Rückfälle erleiden: Neue Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft

Die Forscher untersuchten neurologisch, wie Angst im Gehirn von Mäusen und Ratten gelernt und verlernt wird, mit Fokus auf Nervenbahnen im Hippocampus, die für Erinnerungen essenziell sind.

Statt eines Ausfalls der Bahnen, wie zuvor angenommen, entdeckten sie etwas Neues: Rückfälle entstehen durch neues Brücken-neuronales Wachstum, das den Hippocampus mit dem infralimbischen Kortex verknüpft. Das Gehirn schafft also physisch einen alternativen Pfad.

„Extinktionstraining löscht traumatische Erinnerungen nicht vollständig, sondern unterdrückt nur ihren Ausdruck“, betont Marek. „Studien an Ratten und Menschen zeigen, dass Angst unter bestimmten Bedingungen ‚rückfällig‘ wird.“

Zwar fehlt noch eine direkte Therapie für diese Schaltkreise, doch das Wissen ebnet den Weg für innovative Behandlungen von PTBS und ähnlichen Störungen. Therapeuten gewinnen zudem Einblick, warum Schübe trotz intensiver Betreuung auftreten.