Jeder Quadratmillimeter im Inneren eines Smartphones ist mit Elektronik gefüllt, die es antreibt. Kernkomponenten wie Prozessor, Speicher, Grafikchip und Mobilfunkmodem sind auf einem einzigen Chip vereint – nicht größer als eine Briefmarke. Dies ist eine meisterhafte Ingenieursleistung, das Ergebnis jahrelanger Planung. Wir hatten exklusiven Zugang zum Entwicklerteam der Qualcomm® Snapdragon™ 835 Mobile Platform, dem leistungsstärksten System-on-a-Chip (SoC) für Smartphones.
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Jahrelange Planung
Im Gegensatz zum schnellen Marktrhythmus von Herstellern wie Samsung wird ein SoC wie der Snapdragon 835 Jahre im Voraus entwickelt – lange bevor Smartphone-Designs feststehen. „Normalerweise beginnen Sie Jahre im Voraus mit Subsystemen wie Modem, Grafik, Video und Speicher“, erklärt Keith Kressin, Senior Vice President of Product Management bei Qualcomm. „Kurz vor Marktstart integrieren oder modifizieren Sie diese Kerne zu einem Chip.“

„In weniger als einem Jahr ist nichts machbar“, betont Kressin. „Selbst mit fertigen Subsystemen dauert Integration, Zusammenbau und Software mehr als ein Jahr. Die Planung startet also mehrere Jahre früher.“
Qualcomm kooperiert mit einer beeindruckenden Liste von Partnern: Smartphone-Herstellern (18 Monate Vorlauf), Mobilfunknetzen, Fertigern, Batterie- und Display-Produzenten sowie internationalen Regulierungsbehörden, die Frequenzen und Wärmegrenzen festlegen. „Das ist ein enormer Aufwand“, sagt Kressin. „Ohne das wäre ein weltweiter Vertrieb unmöglich.“
Interne Debatten
Interne Teams bei Qualcomm konkurrieren um Ressourcen: Jedes Subsystem hat ein eigenes Engineering-Team, das das Beste herausholt. Bei begrenzter Batterieleistung und Chipgröße müssen Prioritäten gesetzt werden. „Jeder Produktmanager will das Beste – top Grafik, Video, niedrige Latenz, Höchstleistung“, beschreibt Kressin. „Der Planungs- und Projektleiter arbeitet mit Hauptingenieuren an Kompromissen.“

Der Snapdragon 835 meistert dies beeindruckend: Acht CPU-Kerne (doppelt so viele wie zuvor), fehlerfreie 4K-Video-Wiedergabe bei 60 fps, Quick Charge 4 (fünf Stunden Laufzeit in fünf Minuten) und 1 Gbit/s 4G-Download. Alles in einem kleineren Paket trotz größerer Smartphones.
Den Strom im Zaum halten
Trotz wachsender Gerätegröße bleiben Chips kompakt: Hersteller nutzen Platz anders, und größere Chips würden Akkus schneller entleeren – Akkulaufzeit ist laut Kressin die Top-Priorität. Features wie ständige Sprachassistenten oder VR fordern mehr Leistung. „Feinkörniges Wärmemanagement ist entscheidend“, erklärt Kressin. Jede Komponente hat strenge Leistungsgrenzen.
„Beim 4G-Transfer mit Wi-Fi, Bluetooth, Gaming, CPU/GPU-Belastung und maschinellem Lernen im Hintergrund greifen Drosselungen ein, um Überhitzung zu vermeiden. Mobile Geräte kühlen passiv – wir halten Wärmegrenzen ein, besonders nahe der Haut.“
In die Zukunft blicken
Bereits in Arbeit: SoCs für 2020+ auf 5-nm-Prozess (von aktuellen 10 nm). Das verspricht schnellere, kühlere, stromsparendere Chips. „Wir planen drei bis fünf Jahre voraus“, sagt Kressin. „Prozess-Skalierung bringt Vorteile; danach wird’s herausfordernder.“
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