Wo ist Ihr Smartphone gerade?

Vielleicht halten Sie es in der Hand, es steckt in Ihrer Tasche oder liegt mit dem Display nach unten auf dem Tisch. Oder Sie haben gerade innegehalten, um fieberhaft Ihre Taschen zu durchsuchen, weil Sie sicher waren, es vor dem Einsteigen in die U-Bahn noch gehabt zu haben.
Egal wie: Wir sind uns alle ständig des Aufenthaltsortes unseres Smartphones bewusst – das zu leugnen wäre zwecklos. Eine aktuelle Studie der University of Texas at Austin belegt jedoch: Selbst ein stummgeschaltetes oder ausgeschaltetes Mobiltelefon in Sichtweite beeinträchtigt unsere kognitiven Fähigkeiten erheblich.
Forscher testeten dies mit 520 Probanden, die mathematische Aufgaben lösen und gleichzeitig einen zufällig generierten Satz merken mussten. Die Teilnehmer wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 durfte das Telefon auf dem Schreibtisch belassen, Gruppe 2 es in Tasche oder Hosentasche stecken, Gruppe 3 musste es in einem anderen Raum ablegen.
Nach den Aufgaben befragten die Wissenschaftler zu Telefonnutzung und Leistung. Die Gruppe mit dem Smartphone auf dem Tisch schnitt am schlechtesten ab: Sie löste weniger Matheaufgaben richtig und hatte größere Probleme beim Merken – ein Effekt, den die Forscher als „Brain Drain“ (Gehirnleere) bezeichnen. Bemerkenswert: Alle Gruppen schätzten den Einfluss ihrer Geräte ähnlich niedrig ein. Die Studie schlussfolgert: „Die Teilnehmer haben die kognitiven Nachteile der bloßen Anwesenheit ihres Smartphones weder vorhergesehen noch wahrgenommen.“
Die klare Empfehlung der Experten: Die einzige Abhilfe gegen diesen Brain Drain ist die physische Trennung von Mensch und Maschine.
Diese Erkenntnisse liefern den wissenschaftlichen Beleg dafür, Ihr Smartphone beim Arbeiten oder bei anspruchsvollen Aufgaben einfach wegzulegen – für mehr Fokus und Produktivität.