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Amazon prüft Algorithmen nach BBC-Enthüllung: Empfehlungen für Bombenmaterialien

Amazon hat der BBC mitgeteilt, dass es die Produktpräsentation auf seiner Website überprüft. Anlass: Algorithmen hatten Materialien gruppiert, die zur Herstellung von Sprengstoffen genutzt werden könnten.

Amazon prüft Algorithmen nach BBC-Enthüllung: Empfehlungen für Bombenmaterialien

Ein Bericht von Channel 4 News vom Vortag zeigte, wie Amazons „häufig zusammengekauft“-Algorithmus potenziellen Terroristen bei der Bombenherstellung helfen könnte.

Beim Hinzufügen gängiger Chemikalien zum Warenkorb empfahl die Plattform weitere Zutaten für Thermit – ein Mittel für Brandbomben. Manche Einträge schlugen zudem Stahlkugellager, Druckknopfschalter und Batteriekabel in der Rubrik „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ vor.

Die BBC fragte nach der Anzahl notwendiger Käufe für solche Gruppierungen, Amazon schwieg sich aus. Ehemaliger Amazon-Ingenieur Owen Miller schätzte jedoch eine „signifikante Zahl“.

„Alle bei Amazon verkauften Produkte entsprechen unseren Richtlinien und den Gesetzen des Vereinigten Königreichs“, hieß es in der Stellungnahme an die BBC. „Angesichts jüngster Ereignisse prüfen wir unsere Website, um eine angemessene Präsentation sicherzustellen. Wir kooperieren eng mit Polizei und Behörden.“

Amazon nannte keine Details, doch Filterung bestimmter Empfehlungen wäre eine Option.

Großbritannien größte Klickquelle für Dschihad-Inhalte in Europa

Heute wurde bekannt: Das Vereinigte Königreich zieht mehr Klicks auf Dschihad-Propaganda als jedes andere europäische Land.

Policy-Exchange-Analysten platzierten Großbritannien auf Platz 5 weltweit – nach Türkei, USA, Saudi-Arabien und Irak. Bemerkenswert, da die US-Bevölkerung fast fünfmal größer ist.

Der Think-Tank-Bericht fordert „reaktive Regulierung“: Politischen und finanziellen Druck auf Google und Facebook. Dies passt zur Rhetorik von Theresa May, die im Juni mit Emmanuel Macron über Anti-Propaganda-Maßnahmen sprach.

ISIS produziert wöchentlich rund 100 neue Inhalte – eine konservative Schätzung auf Basis eines 30-jährigen Archivs.

„Unsere Anti-Extremismus-Bemühungen im Internet waren bisher unzureichend“, schreibt US-General David H. Petraeus im Vorwort. „Wir fehlen es an ‚großen Ideen‘, Strategien und Methoden.“ Der Parsons-Green-Anschlag unterstreiche die Bedrohung.

Der Bericht „The New Netwar“ schlägt Gesetze wie gegen Kinderpornografie vor: Strafen je nach Umfang. Bereits Section 58 des Terrorism Act 2000 kriminalisiert hilfreiche Infos, nicht aber verherrlichende Inhalte.

Siehe auch: Facebook, Google, Twitter und Microsoft bündeln Kräfte gegen extremistische Inhalte.

Trotz ISIS-Territoriumsverlusten bleibt die Dschihad-Produktion konstant. Ende letzten Jahres starteten die Tech-Giganten eine Hash-Datenbank zur Kennzeichnung verbotener Inhalte.

Dennoch: 74 % der 2.001 Briten fordern proaktivere Löschung, 65 % kritisieren den Kampf gegen Online-Radikalisierung.