Das Abandon Normal Devices (AND) Festival findet diese Woche auf den Gipfeln und in den unterirdischen Höhlen des Peak District statt. Es präsentiert eine beeindruckende Auswahl an digitalen Kunstwerken, Klangkompositionen, Filmvorführungen und geologischen Installationen.
Um das Dorf Castleton gruppiert sich ein vielfältiges Programm über und unter der Erde: lichtdurchflutete Täler, Heavy-Metal-Musik, ortsspezifische Augmented-Reality-Kunst und Höhlenführungen, die eine Zukunft ohne digitale Technologie erahnen lassen.
Der renommierte niederländische Designer Daan Roosegaarde, bekannt für seinen Smogreinigungsturm, verwandelt den Winnats Pass mit Rauch und Licht in das Kunstwerk Waterlicht – eine eindrucksvolle Visualisierung der geologischen Vergangenheit als einstiges tropisches Meer. Steve Mahers Schwermetalldetektor nutzt modifizierte Metalldetektoren, die bei Funden lokale Heavy-Metal-Riffs abspielen und so die Erdgeschichte humorvoll beleuchten.
Siehe auch: Wie eine Frau im Namen der Kunst zu einem menschlichen Amazonas-Echo wurde. Lebenszeichnung und maschinelles Lernen: Ein Interview mit der Künstlerin Anna Ridler.
Der Kurator Matthew Plummer-Fernandez, den wir zu seiner Arbeit mit Kunstbots interviewt haben, schafft zusammen mit Doreen A. Ríos eine Augmented-Reality-Galerie in einem Silo bei Castleton. Sie zeigt Werke mexikanischer Künstler. Unterirdisch in der Treak Cliff Cavern erkunden Künstler wie Nora Al-Badri, Jan Nikolai Nelles, Sam Lavigne und Charlotte Jarvis in Digital Dark Ages die Herausforderungen der digitalen Archivierung für künftige Generationen.
Die Ausstellung greift aktuelle Debatten auf, ähnlich wie das Sanctuary 2017 Festival im Galloway Forest. Beide Events verschmelzen digitale Technologien mit geologischen Landschaften und wecken Fantasien vom "Offline-Leben". 
(Oben: ROOT 0082 von Simone Niquille, Teil von Digital Dark Ages)
Die AR-Ausstellung My Wall Is Your Filter Bubble von Plummer-Fernandez und Ríos wirft provokative Blicke auf physische und virtuelle Grenzen, verstärkt durch Apples ARKit. Das AND-Festival verspricht eine "prophetische, provokative Reflexion über die Vertikalität der Erde". Doch wie gestaltet sich unser Terrain, wenn es bis zu antarktischen Rechenzentren reicht?
Antworten sucht das Festival im Peak District. Es läuft vom 21. bis 24. September. Mehr Infos hier.
Leitbild: Titan, Gipfelhöhle von oberhalb des Ereignishorizonts. Bild: Robbie Shine