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Foxconn untersucht Arbeitsbedingungen in Amazon-Zulieferfabrik Hengyang nach kritischer Studie

Amazon gerät erneut in die Kritik wegen Arbeitsstandards: Die US-Organisation China Labor Watch hat nach einer neunmonatigen Untersuchung (August 2017 bis April 2018) einen 94-seitigen Bericht veröffentlicht, der die harten Bedingungen in der Foxconn-Fabrik in Hengyang, Provinz Hunan, aufdeckt. Dort werden Amazon Echo- und Kindle-Geräte gefertigt.

Foxconn untersucht Arbeitsbedingungen in Amazon-Zulieferfabrik Hengyang nach kritischer Studie

Foxconn reagierte gegenüber Reuters: „Wir führen eine vollständige Untersuchung der genannten Bereiche durch. Sollten die Vorwürfe zutreffen, ergreifen wir sofort Maßnahmen, um alles in Übereinstimmung mit unserem Verhaltenskodex zu bringen.“

Der Bericht deckt schwere Verstöße auf: Über 40 % der Belegschaft bestanden aus Leiharbeitern – weit über der gesetzlichen Grenze von 10 %. Diese erhielten schlechtere Behandlung, keine Überstundenvergütung und nur minimale Sicherheitsausbildungen. Der Stundenlohn lag bei 14,5 Yuan (ca. 1,69 £), ohne Sozialleistungen wie Krankengeld. Manche arbeiteten 14 Tage am Stück.

Festangestellte verdienten monatlich 2.000 bis 3.000 Yuan (ca. 300 £) – unter dem lokalen Durchschnitt von 4.600 Yuan (536 £). In der Hochsaison leisteten die meisten über 100 Überstunden pro Monat, doppelt so viel wie die gesetzliche Obergrenze von 36 Stunden. Zudem fehlten in den Schlafsälen Feuerlöscher und ausreichender Brandschutz.

Amazon betonte: „Wir nehmen Verstöße gegen unseren Lieferanten-Code ernst und überwachen die Einhaltung durch unabhängige Audits. Das letzte Audit in Hengyang im März 2018 ergab zwei Probleme; Foxconn musste einen Korrekturplan einreichen.“

Es ist nicht das erste Mal: Foxconn stand 2010 wegen Selbstmorden in der Longhua-iPhone-Fabrik in der Kritik. Amazon-Lager in den USA gelten als risikoreich, wie die kürzliche „Dirty Dozen“-Liste zeigt.