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Ein Jahr Trump: Wie hat sich die US-Tech- und Wissenschaftsszene verändert?

Vor 13 Monaten traf sich der designierte Präsident Donald Trump im Trump Tower mit Tech-Milliardären im Wert von drei Billionen Dollar. „Dies ist eine wirklich beeindruckende Gruppe von Menschen“, begann er und versprach, jederzeit für sie da zu sein.

Ein Jahr Trump: Wie hat sich die US-Tech- und Wissenschaftsszene verändert?

Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon, nannte das Treffen „sehr produktiv“. Doch in den vergangenen 12 Monaten hat sich seine Beziehung zu Trump normalisiert. Viele Tech-Giganten, die Trump zunächst umwarb, haben seine Politik stillschweigend oder offen kritisiert – darunter Tim Cook, Elon Musk und Mark Zuckerberg.

Das Einreiseverbot für Bürger überwiegend muslimischer Länder und die Reaktion auf die rechtsextreme Kundgebung in Charlottesville haben Silicon Valley verärgert. Der Tech-Sektor verdankt viel seiner Einwanderung. Sergey Brin, Satya Nadella, Sundar Pichai und Elon Musk wurden nicht in den USA geboren. Auch die Väter von Steve Jobs und Jeff Bezos wanderten vor ihrer Geburt in die USA ein.Ein Jahr Trump: Wie hat sich die US-Tech- und Wissenschaftsszene verändert?

Diese Unterschiede sind philosophisch relevant, doch entscheidend sind die politischen Auswirkungen. Wie hat sich die Tech- und Wissenschaftswelt in den letzten 12 Monaten verändert? In manchen Bereichen wenig, in anderen zeichnen sich große Umbrüche ab. Hier ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

Technologie: Netzneutralität und Datenschutz sorgen für Unsicherheit in Silicon Valley

Die größte Tech-Veränderung unter Trump – abgesehen von Twitter als politischem Tool – ist die Aufhebung der Netzneutralität. Internetanbieter können nun Inhalte verlangsamen oder blockieren, was den Grundsatz gleicher Behandlung aller Daten verletzt. Der Schritt löste Proteste aus: Reddit-Nutzer organisierten Aktionstage, selbst Mark Hamill stritt auf Twitter mit Ted Cruz.

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Während Tech-Riesen solche Änderungen verkraften, braut sich Größeres zusammen. Im November 2017 hörte Neil Gorsuch, Trumps Oberster-Gerichts-Nominierter, einen Fall zu Datenschutz und Handyortung. Geht es um die Anwendung des Vierten Verfassungszusatzes auf Mobilfunkdaten? Die Entscheidung fiel vor Juni 2018 – ein Echo des Streits mit Apple über Verschlüsselung, zu dem Trump seither schweigt.

Trumps Angriffe auf Amazon und die Washington Post könnten zu Steuerreformen führen. Doch Amazons Lobbykraft wird das kaum zulassen.

Wissenschaft: Weltraum, Klimawandel und ein vakantes WissenschaftsbüroEin Jahr Trump: Wie hat sich die US-Tech- und Wissenschaftsszene verändert?

Als Trump 2016 gewann, fürchtete die Wissenschaftsgemeinde seine Klimaleugnung und Impfskepsis. Neun Monate später war das Weiße-Haus-Wissenschaftsbüro leer – der Posten des Wissenschaftsberaters bleibt unbesetzt.

Trotz Stagnation konnte Trump nicht umhin, Klimapolitik anzugehen. Er besetzte Behörden mit Skeptikern und kündigte das Pariser Abkommen. Ein Rückzug ist unwahrscheinlich; Mechanismen verzögern ihn bis November 2020.

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Trump fördert Öl- und Gas pipelines wie Keystone XL und Dakota Access – zum Kummer der Umweltschützer.Ein Jahr Trump: Wie hat sich die US-Tech- und Wissenschaftsszene verändert?

Doch andere Bereiche profitieren: Trump lenkt NASA zurück zur Mondforschung. „Florida und Amerika werden den Weg zu den Sternen weisen“, sagte er in Florida. Der Mondbesuch seit 1972 soll Basis für Mars-Missionen sein. Private Firmen übernehmen viel Last, da NASA-Budgets schrumpfen. Experten wie Stephen Hawking sehen darin ein Sprungbrett, etwa für Mondbasen als Treibstoffdepots.

Insgesamt atmet die Wissenschaft erleichtert auf: Abseits des Klimawandels gab es wenige Eingriffe. In einer krisenreichen Administration rücken Tech und Wissenschaft hintereinander. Mit Midterms in zehn Monaten könnte Trumps Einfluss schwinden – doch nichts ist sicher.