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UCLH London setzt KI ein: Ärzte entlasten und Notaufnahme-Wartezeiten verkürzen

Das University College London Hospitals (UCLH) plant den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI), um klinische Entscheidungen zu unterstützen und in ausgewählten Fällen Ärzte sowie Pflegekräfte zu ersetzen.

UCLH London setzt KI ein: Ärzte entlasten und Notaufnahme-Wartezeiten verkürzen

In Partnerschaft mit dem Alan Turing Institute, einem führenden staatlich finanzierten Zentrum für Datenwissenschaft, sucht das Krankenhaus nach innovativen Wegen, NHS-Dienste schneller, sicherer und effizienter zu gestalten. Die dreijährige Kooperation wurde kürzlich angekündigt.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Notaufnahme, die als Indikator für die Gesamtleistung des Krankenhauses und des Systems gilt. Ziel ist es, die nationalen Durchschnittswartezeiten von vier Stunden einzuhalten, die derzeit überschritten werden.

"Stellen Sie sich vor, Patienten mit Bauchschmerzen kommen in die Notaufnahme. Üblicherweise entnehmen wir Blutproben, ordnen Röntgen oder Scans an und entlassen in etwa 80 % der Fälle die Patienten nach Hause", erläutert Professor Marcel Levi, CEO des UCLH.

"Durch die Analyse Tausender ähnlicher Fälle könnten wir Muster bei den kritischen 20 % mit schweren Erkrankungen wie Darmperforationen oder Infektionen erkennen. So könnten wir diese Fälle priorisieren, Scans beschleunigen und die Routinefälle der 80 % effizienter abwickeln."

Weiterhin soll der Patienten- und Personalfluss optimiert werden. Forscher von UCLH und dem Alan Turing Institute wenden KI und maschinelles Lernen auf umfangreiche Daten an, um Bewegungen durch das Krankenhaus zu modellieren.

Durch diese Analysen lassen sich Engpässe identifizieren, Ausfälle minimieren und die Effizienz steigern – damit Patienten schneller und besser versorgt werden.

Siehe Verwandte: KI kann Anzeichen von Autismus bei Babys im Alter von drei Monaten anhand von Gehirnscans erkennen so effektiv wie menschliche Dermatologen.

Professor Bryan Williams, Forschungsdirektor des UCLH NHS Foundation Trust, sieht enormes Potenzial in den vorhandenen Daten: "Der NHS erfasst täglich Daten für Forschung und Leistungsüberwachung. Mit KI könnten wir Krankheiten ausschließen, Behandlungen vorschlagen oder Verläufe vorhersagen."

"Diese Partnerschaft nutzt unsere Datenfülle und das Expertise des Alan Turing Institute, um langjährige NHS-Herausforderungen zu meistern."

Die Ankündigung fällt in die Woche, in der Premierministerin Theresa May Millionen für KI im NHS zusagte – zur Krebsfrüherkennung und personalisierten Pflege basierend auf Lebensstil- und Medizin-Daten.

KI basiert auf großen Datensätzen, doch der NHS hatte bereits Datenschutzprobleme: 2017 urteilte das Information Commissioner’s Office (ICO), dass ein Deal zwischen DeepMind (Google) und dem Royal Free Hospital gegen Vorschriften verstieß – Daten von 1,6 Millionen Patienten wurden ohne Einwilligung geteilt. Ein Prüfgremium kritisierte die Vereinbarung als "unklar".