Der Lebensmittellieferdienst Ocado gilt als Pionier in der Industrierobotik. Seit etwa einem Jahr unterstützen hochmoderne Roboter in den riesigen Lagern bei der Warenabholung und -bereitstellung. Eine mechanische Greifhand erntet sogar Obst und Gemüse schonend, ohne Beschädigungen.

Ocado hat nun den Prototyp ARMAR-6 aus dem EU-Projekt SecondHands vorgestellt. Dieser kollaborative Roboter, entwickelt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) vom High Performance Humanoid Technologies Lab unter Tamin Asfour, assistiert Ingenieuren bei Wartung und Reparatur der tausenden Roboter in Ocados Flotte.
ARMAR-6 agiert als zweites Paar Hände: Er übernimmt schwere Lasten, erfordert Präzision und reagiert auf Sprachbefehle. Techniker können mit ihm chatten, um Werkzeuge zu erhalten – etwa fragt der Roboter bei mehreren Schraubenschlüsseln: "Der in der Ecke oder der schwarze?"
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Die Sprachfähigkeiten basieren auf KIT-Software mit Automatic Speech Recognition (ASR) und Spoken Dialogue Management (SDM), inklusive Natural Language Understanding (NLU) und Generation (NLG). Alex Voica, Head of Technology PR bei Ocado Technology, erklärt: "Dies ermöglicht natürliche Gespräche mit dem Roboter-Begleiter."
Das SecondHands-Projekt vereinte Expertise von KIT, University College London (UCL), EPFL Lausanne und Sapienza University Rom. Ocado integriert fortschrittliche Computer Vision, Kognition und Mechatronik, um Mensch-Roboter-Kollaboration zu optimieren und Produktivität zu steigern.
Für 2018 prognostizierte man 15 % Wachstum im Industrieroboter-Markt. Studien wie die der Economist Intelligence Unit betonen: Kollaborative Roboter fördern den Wohlstand – in Großbritannien und darüber hinaus, indem sie mit Menschen zusammenarbeiten.