Wenn Sie kürzlich Essen zum Mitnehmen bestellt, ein Bier abgeholt oder Ihre DNA sequenziert haben, sind Sie vielleicht einem der britischen „Einhorn“-Startups begegnet.

Einhörner sind seltene Perlen unter den Unternehmen – Startups, die eine Bewertung von 1 Milliarde US-Dollar (ca. 720 Millionen Pfund) überschreiten. Sie machen das scheinbar Unmögliche möglich und disruptieren ihre Branchen nachhaltig.
Der Begriff ist nicht einheitlich definiert, was zu Diskussionen führt. Manche schließen börsennotierte Firmen aus, andere ausländische Importe. Schätzungen gehen von über 50 europäischen Einhörnern aus, davon rund 22 mit britischen Wurzeln oder Sitz – im Vergleich zu 18 im Jahr 2016. Mehr als ein Drittel der europäischen Gründer sitzt auf der Insel.
Deliveroo
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Ein Paradebeispiel ist Deliveroo, 2013 von den US-Amerikanern Will Shu und Greg Orlowski in London gegründet. Letztes Jahr wurde es zum Einhorn. Aus fünf Mitarbeitern wuchs es auf fast 2.000 in einem 50.000 Quadratfuß großen Büro.
Die smarte Technologie trieb das Wachstum: In einem halben Jahrzehnt erreichte es eine Bewertung von über 2 Milliarden US-Dollar (ca. 1,4 Milliarden Pfund). Justin Landsberger, kommerzieller Leiter für Großbritannien und Irland, betont die Rolle des iPhones in den Anfängen: „Sehr wichtig für unser Wachstum.“
„Wir starteten in einer Postleitzahl in West-London“, erinnert er sich. „Fünf Jahre später sind wir in über 200 Städten aktiv, bauen eines der größten Tech-Zentren Europas auf und schaffen Jobs für 30.000 Fahrer.“ Index Ventures krönte Deliveroo kürzlich zum schnellstwachsenden Unternehmen in der FT 1000-Liste.
Just Eat
Food-Delivery-Einhörner gibt es mehr: Just Eat war im November letzten Jahres 7,7 Milliarden US-Dollar (5,5 Milliarden Pfund) wert – mehr als der zweitgrößte britische Supermarkt Sainsbury’s.
Es revolutionierte Bestellungen online: 2017 zählte es weltweit 21,5 Millionen Kunden, 172,4 Millionen Bestellungen im Wert von 4,6 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Pfund) – ein Plus von 26 % zum Vorjahr. Gegründet 2001 von fünf Dänen, zog es 2008 nach London, beschäftigt heute fast 3.000 Mitarbeiter und ist FTSE-100-Mitglied.
Improbable
Nicht nur Food: Improbable, 2012 von drei Absolventen gegründet, haust in virtuellen Simulationen. 2017 sicherte es sich 502 Millionen US-Dollar (360 Millionen Pfund) von SoftBank – die größte VC-Runde für ein britisches Privatunternehmen. Bewertung: über 1 Milliarde US-Dollar.
Mit SpatialOS, einer Cloud-Plattform, entstehen ländergroße simulierte Welten. Entwickler wie Bossa Studios nutzen sie für Worlds Adrift.
Oxford Nanopore Technologies
Gegründet 2005 an der University of Oxford, hat es heute über 350 Mitarbeiter und democratisiert DNA-Sequenzierung. Wert: 1,7 Milliarden US-Dollar (1,25 Milliarden Pfund). Ziel: „Analyse jedes Lebewesens durch jeden Menschen, überall.“
Seine Geräte wie der taschengroße MinION (1.000 US-Dollar) schlagen teure Konkurrenz – ideal für Diagnosen und Forschung.
BrewDog
2007 in Fraserburgh (Schottland) von James Watt und Martin Dickie gestartet. Nach harten Anfängen gewannen sie Tesco-Wettbewerbe und boomten. Heute: 1,4 Milliarden US-Dollar (1 Milliarde Pfund) Wert durch provokantes Branding und spannende Biere.
BenevolentAI
2013 in London gegründetes Biotech nutzt KI, um Pharma-Forschung zu beschleunigen. Europaweit größtes privates AI-Unternehmen: 1,8 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Pfund), 19 Drug-Programme. Erste klinische Studie bald.
Skyscanner
2003 als Excel-Tabelle in Schottland gestartet, heute 60 Millionen monatliche Besucher. In 30 Sprachen Flugpreise vergleichen. 2016 für 1,7 Milliarden US-Dollar an Ctrip verkauft – kein Unicorn mehr, aber Disruptor.
Die nächsten britischen Einhörner
Kandidaten: TrueLayer (Londoner Open-Banking-Fintech), Amplyfi (Cardiff, AI für Strategie), Monzo (Digitalbank, 336 Millionen US-Dollar), Perkbox (Employee Incentives), Performance Horizon (Nordost-Englands Data-Analytics).
Wie wird man Einhorn? Tipps von Experten
Schlüssel zum Erfolg? David Buttress (Just Eat-Mitgründer): „Gründer machen Hunderte Fehler – wichtig: schnell lernen, ehrlich sein, Risiken eingehen. Starte nicht mit ‚Einhorn‘-Ziel, sondern mit Leidenschaft.“
Justin Landsberger (Deliveroo): „Einfachheit und Fokus auf den Kernplan.“
Gareth Williams (Skyscanner): „Positives Umfeld halten – vermeide Bürokratie, fördere Spaß und Motivation.“
Der Weg ist hart, doch diese Firmen zeigen: Es geht. Bleibt dem Ursprung treu – Will Shu von Deliveroo liefert noch immer.
Bild: Shutterstock
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