Später in diesem Jahr startet die NASA ihre ehrgeizigste Mission bisher: Die Parker Solar Probe wird der Sonne näher kommen als jedes Raumschiff zuvor.
Die Sonde, die im vergangenen Sommer im Johns Hopkins Applied Physics Laboratory in Laurel, Maryland, präsentiert wurde, hat die Größe eines Kleinwagens. Sie startet im Juni von der Erde aus und nutzt über sieben Jahre hinweg die Schwerkraft der Venus, um mehrmals durch die Sonnenatmosphäre zu fliegen.
Die NASA lädt derzeit alle Interessierten ein, sich zu bewerben, damit ihr Name auf einem Chip an Bord platziert werden kann. So werden Sie Teil dieser historischen Mission. Sogar William Shatner wirbt in einem Video für den "Hot Ticket"-Antrag. Bewerbungen sind bis zum 27. April möglich.
„Diese Sonde wird in eine Region reisen, die die Menschheit noch nie zuvor erkundet hat“, betonte Thomas Zurbuchen, stellvertretender Administrator des Science Mission Directorate im NASA-Hauptquartier in Washington. „Diese Mission wird Fragen beantworten, die Wissenschaftler seit mehr als sechs Jahrzehnten erforschen.“
Parker Solar Probe
Benannt nach dem Physiker Eugene Parker, der 1958 den Sonnenwind vorhersagte, revolutionierte dieser Forscher unser Verständnis der Sonne. Der Sonnenwind besteht aus geladenen Teilchen, die von der Sonne ausgehen und das Sonnensystem durchqueren. Parker lieferte wegweisende Theorien zu Energieabstrahlung von Sternen, Plasmen, Magnetfeldern und energetischen Teilchen. Er postulierte auch, dass die Sonnenkorona heißer ist als die Sonnenoberfläche – eine These, die den etablierten physikalischen Gesetzen widersprach.
„Es war eine grundlegende Erkenntnis, die unser Verständnis der Sonne, der Heliosphäre und des interplanetaren Raums für immer verändert hat“, sagte Eric Isaacs von der University of Chicago, wo Parker forschte.
Der Sonnenwind trifft die Erde, wird aber durch unser Magnetfeld abgeschirmt. Die Schwerkraft der Sonne kann diese Partikel nicht halten, doch wo und wie sie beschleunigt werden, ist bislang ungeklärt.
Die Parker Solar Probe wird untersuchen, wie sich Energie und Wärme in der Sonnenkorona ausbreiten, und klären, was den Sonnenwind auf Geschwindigkeiten von rund einer Million Meilen pro Stunde (400 km/s) antreibt.

Die Sonde nähert sich der Sonnenoberfläche bis auf 3,9 Millionen Meilen – mehr als siebenmal näher als je zuvor. Ein 11,4 cm dicker Hitzeschild aus kohlenstoffverstärktem Verbundwerkstoff schützt die Instrumente. Bei der nächsten Annäherung erreicht sie 430.000 Meilen pro Stunde – schnell genug, um in unter einer Minute von Washington nach Tokio zu fliegen.