Eine bahnbrechende Studie zeigt, dass afrikanische Wildhunde in Botswana Niesen als Abstimmung nutzen, um zu entscheiden, ob das Rudel weiterzieht.
Diese Rudeltiere wechseln zwischen Ruhephasen und energiegeladenen sozialen Rallyes, bevor sie zum nächsten Jagdrevier aufbrechen. Forscher der Swansea University, der University of New South Wales (UNSW) und der Brown University haben das Verhalten von fünf Rudeln im Okavango-Delta detailliert analysiert.
„Wir haben 68 soziale Rallyes aufgezeichnet und waren verblüfft, als unsere Analysen die Hypothese bestätigten“, erklärt Dr. Neil Jordan von der UNSW. „Je mehr Nieser es gab, desto wahrscheinlicher zog das Rudel los und begann zu jagen. Niesen dient als Abstimmungssystem.“
Erstmals wird nachgewiesen, dass Niesen bei Wildhunden über den üblichen Zweck hinaus eine soziale Funktion hat.
„Das Niesen wirkt wie ein Quorum-Sensing: Es muss eine Schwelle überschreiten, bevor die Gruppe handelt“, ergänzt Dr. Andrew King von der Swansea University. „Ähnliche Quoren nutzen auch Erdmännchen und andere soziale Raubtiere.“
Noch bemerkenswerter: Niesen dominanter Tiere wiegen schwerer. „Die benötigte Nieserzahl variiert je nach Beteiligung dominanter Mitglieder“, betont King. „Mit dem dominanten Paar reichen wenige Nieser – etwa zwei bis drei –, ohne sie sind bis zu zehn nötig“, fügt Hauptautorin Reena Walker von der Brown University hinzu.
Die Studie erschien in den Proceedings of the Royal Society B.