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BBC testet KI-Sprachsteuerung für iPlayer: Stimmenabdruck ersetzt Passwörter

Das Schreien in den Fernseher könnte bald Wirkung zeigen: Die BBC hat mit Microsoft eine experimentelle Version des iPlayer entwickelt, die per Sprache gesteuert wird.

Dieses KI-basierte System nutzt einen „Stimmenabdruck“, um Nutzer in ihre Konten einzuloggen und Sendungen mühelos per Sprachbefehl zu finden. Ein Stimmenabdruck ist eine digitale Stimmeprobe, die wie ein Fingerabdruck zur Identifikation dient.

Die KI analysiert Tonfall, Modulation und Höhe und vergleicht sie mit einer zuvor in die Cloud hochgeladenen Probe – Passwörter werden überflüssig. Der iPlayer erfordert derzeit kein Passwort, doch bald ändert sich das. Die BBC fordert Nutzer bereits auf, sich vorzubereiten; die Pflichtanmeldung wurde letztes Jahr angekündigt.

Eingeloggt erlauben Befehle wie „BBC, schalte EastEnders ein“ oder „BBC, zeig mir etwas Lustiges“ einfache Navigation.

Obwohl noch Konzeptphase, könnte diese Technologie das Fernsehen revolutionieren.

„Die Fähigkeit, durch Sprechen zu kommunizieren, ist eine einzigartige Eigenschaft unserer Spezies“, erklärt Cyrus Saihan, Head of Digital Partnerships bei der BBC, in einem Blogbeitrag. „Während Technologie sich weiterentwickelt, stellen wir uns vor, wie wir natürlich mit digitalen Geräten sprechen – zentralem Bestandteil des Alltags.“

Sprachassistenten wie Amazons Alexa, Apples Siri, Googles Assistant oder Microsofts Cortana gewinnen an Popularität. Sprechen könnte bald die Hauptinteraktionsform werden.

Saihan prognostiziert dialogorientierte, personalisierte TV-Schnittstellen durch KI und maschinelles Lernen: „Ihr TV lernt Vorlieben, schlägt passend zur Stimmung vor und wird schlauer.“

In der Zukunft erkennt der Dienst Raum-Besucher: Für Paare Lieblingssendungen, für Kinder familienfreundliche Inhalte – und wechselt bei Kindern im Bett.

Der sprachgesteuerte iPlayer bleibt internes BBC-Projekt, bietet aber spannende Einblicke in die Zukunft der Sprachsteuerung.

Microsoft expandiert KI: Letztes Jahr entstand eine Forschungsgruppe mit über 5.000 Experten. „Seit Microsoft Research-Anfängen arbeiten wir an KI – doch wir kratzen erst an der Oberfläche“, sagt Harry Shum, Executive Vice President der Microsoft AI and Research Group.

Bild: BBC