Facebook kämpft darum, junge Nutzer zu halten: Während über 55-Jährige die Plattform dominieren, wandern britische Teenager und junge Erwachsene ab.

Im vergangenen Monat sanken die US-Nutzerzahlen von Facebook erstmals in der Unternehmensgeschichte. Nun zeigen Prognosen für Großbritannien einen ähnlichen Trend: Laut eMarketer (via The Guardian) werden 2018 nur noch 2,2 Millionen 12- bis 17-Jährige und 4,5 Millionen 18- bis 24-Jährige die Plattform nutzen – das sind 700.000 weniger als 2017. Dadurch rücken die über 55-Jährigen zur zweitgrößten Nutzergruppe auf.
In der Altersgruppe 55 bis 65 Jahre erwartet Facebook 6,4 Millionen Nutzer im Jahr 2018 und wird damit neben den 16- bis 34-Jährigen die größte demografische Gruppe stellen – trotz der breiteren Spanne von 10 Jahren.
„Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle“, erklärt Richard Broughton, Analyst bei Ampere. „Ältere Menschen kommen oft später zur Internetparty, doch die Adoption sickert durch die Demografie durch. Dank der starken Video- und Foto-Funktionen ist Facebook ideal, um mit dem Leben von Kindern und Enkeln Schritt zu halten.“
Facebook hat früher junge Abwanderer durch den Kauf von Instagram gebremst. Doch nun bevorzugen die jüngsten Generationen Snapchat für soziale Interaktionen und Selfies.
Siehe auch: Facebooks „Downvote“-Funktion, das Äquivalent zu einem Dislike-Button, ist nun für mehr Nutzer verfügbar.
„Facebook hat ein Teenie-Problem“, betont Bill Fisher, Senior Analyst für Großbritannien bei eMarketer. „Diese Prognose bestätigt es. Bisher wurden Plattform-Wechsler von Instagram absorbiert, doch Snapchat führt nun bei Jüngeren. Frühe Zeichen deuten auf einen Shift hin.“
Snapchats Akzeptanzrate hat sich in drei Jahren auf 43 % mehr als verdoppelt.
Trotzdem bleibt Facebook das größte soziale Netzwerk in Großbritannien mit 32,6 Millionen regelmäßigen Nutzern. Instagram wächst auf 18,4 Millionen, Snapchat und Twitter auf 16,2 bzw. 12,6 Millionen.
Um relevant zu bleiben, behebt Zuckerberg-Team Fehler: Mehr Fokus auf Inhalte von Freunden und Familie statt Publikationen, um Gemeinschaft zu stärken. Zudem plant Facebook Nachrichten auf seiner Videoplattform in den USA und Paywall-Optionen für Publisher.