Ein lebender Grönlandhai, der an die Eiszeit erinnert, wurde im Nordatlantik mit einem geschätzten Alter von 272 bis 512 Jahren entdeckt. Dieses beeindruckende Tier mit einer Länge von etwa 5,5 Metern wurde vor der Küste Grönlands im eisigen Nordatlantik vom Meeresbiologen Julius Nielsen und seinem Team gefangen. Die Entdeckung erfolgte vor einigen Monaten, nachdem Nielsen seine Doktorarbeit zu Grönlandhaien abgeschlossen hatte.

Grönlandhaie (Somniosus microcephalus) sind im Atlantischen Ozean von Kanada bis Norwegen verbreitet und bevorzugen tiefe Gewässer. Sie ernähren sich unter anderem von Eisbären. Laut der Greenland Shark and Elasmobranch Education and Research Group (GEERG) erreichen sie Längen bis zu 7,3 Metern und Gewichte von bis zu 1.200 Kilogramm. Professor Kim Praebel von der Arctic University of Norway bestätigte Anfang dieses Jahres eine Lebensdauer von etwa 400 Jahren.
Die jüngste Studie von Nielsens Team untersuchte 28 weibliche Grönlandhaie und nutzte Radiokohlenstoff-Datierung des Augengewebes, um ihr Alter zu bestimmen. Das Ergebnis: Ein Exemplar könnte bis zu 512 Jahre alt sein – möglicherweise geboren um 1505. Konservativere Schätzungen für die beiden größten Haie liegen bei 335 bzw. 392 Jahren.
Im Vergleich zu anderen Langlebern wie der Hydra, die unter idealen Bedingungen nahezu unsterblich sein könnte, bleibt der Grönlandhai das älteste bekannte Wirbeltier. Trotz der Herausforderungen bei der Überwachung der Tiefsee liefert Nielsens Arbeit – ergänzt durch seine informative Instagram-Seite – wertvolle Einblicke. Weitere Forschungen könnten diese Altersrekorde noch übertreffen.