Als Technikjournalist mit über 15 Jahren Erfahrung im Umgang mit Smartphones kenne ich den Schmerz zu gut: unzählige Geräte wie mein iPhone 3GS, Samsung Galaxy Note 2 oder Galaxy S7 haben den harten Bodenbau getestet. Jeder Sturz löst Panik aus – wird der Bildschirm überleben? Die Erleichterung bei intaktem Display ist unbeschreiblich, doch ein Riss zwingt zu harten Entscheidungen: mit dem Makel leben oder 100–200 € für eine Reparatur zahlen.

Bahnbrechende Forschung aus Japan könnte diese Albträume beenden. Ein zufällig entdecktes Polymer heilt sich bei nur 21 °C Umgebungstemperatur und 30 Sekunden leichtem Druck vollständig selbst.

In einer beeindruckenden Demonstration regeneriert sich ein selbstheilender Roboter nach einem Stich. Wie in einer Studie von Motorola patentiert, verspricht diese Technologie robuste, reparierbare Bildschirme.
„Hohe mechanische Robustheit und Heilungsfähigkeit schließen sich tendenziell aus“, heißt es in der Publikation. Bisherige Materialien erfordern oft Erhitzung auf über 120 °C. Die Arbeit unter Leitung von Professor Takuzo Aida an der Universität Tokio basiert auf der Entdeckung des Doktoranden Yu Yanagisawa. Beim Experimentieren mit Polyether-Thioharnstoffen als Kleber stellten sich Schnittkanten spontan wieder zusammen. „Ich hoffe, dass reparierbares Glas zu einem umweltfreundlichen Material wird, das bei Bruch nicht entsorgt werden muss“, sagte Yanagisawa gegenüber NHK.
Dies ist nicht die erste Innovation: Motorola patentierte kürzlich selbstheilende Displays, die per App Wärme gezielt einsetzen. Mehrere Teams weltweit forschen daran – ein Schritt gegen den wachsenden Elektroschrottberg.