Das Team von METI International (Messaging Extraterrestrial Intelligence) möchte Außerirdischen Einblicke in die menschliche Kultur vermitteln – und wählt dafür Musik als universelle Sprache. Wie Taylor Swift es ausdrücken würde: „Schön, euch kennenzulernen, Aliens. Ich zeige euch Unglaubliches.“

Mit dem 930-MHz-Funksender der EISCAT-Anlage in Tromsø, Norwegen, wurde eine Botschaft an den Exoplaneten GJ 273b gerichtet – eine vielversprechend bewohnbare Welt 12 Lichtjahre entfernt, auch bekannt als Luyten’s Star b. Dieser Planet liegt in der habitablen Zone, wo flüssiges Wasser möglich ist. Es handelt sich um die erste vorkodierte Nachricht seit der Gründung von METI 2015. In Kooperation mit dem Sónar-Musikfestival in Spanien und dem Institut für Raumfahrtstudien in Katalonien hofft das Team, Außerirdischen die Welt der Musik näherzubringen – vielleicht sogar bis hin zu einem eigenen Schostakowitsch-Werk.
Der Sender übertrug Sonarwellensignale als Binärcode bei 929,0 MHz und 930,2 MHz. Im Oktober 2017 wurden die Signale an drei Tagen je dreimal gesendet, insgesamt 33 Minuten lang bei 125 Bit pro Sekunde. Eine kosmische Uhr synchronisierte die Übertragung. Für Sci-Fi-Fans: Eine Symphonie aus piependen Tönen, die Sprache der Sterne.
Musik geht jedoch über bloße Signale hinaus. Ursprünglich geplant war eine Botschaft über menschlichen Altruismus, doch der EISCAT-Direktor bevorzugte kulturelle Inhalte. Zehnsekündige Clips von Künstlern wie dem Rock-Duo Matmos, der Soundkünstlerin Holly Herndon und Jean-Michel Jarre wurden speziell produziert.

„Falls wir ein Signal von Luyten’s Star empfangen, wimmelt die Milchstraße von Leben“, erklärte METI-Direktor Douglas Vakoch gegenüber CNET. „Es ist möglich, doch wahrscheinlich müssen wir Tausende Sterne anvisieren.“
Im April 2018 folgte ein umfassenderes Musik-Tutorial für GJ 273b. „Wir verwandeln EISCAT in ein Musikinstrument, das Melodien via Frequenzimpulsen sendet“, sagte Vakoch zu Geekwire. So wird ein Nordlicht-Observatorium zum kosmischen Orchester.
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Ob METI Glück hat? Eine Antwort könnte frühestens 2042 eintreffen – bis dahin genießen wir unsere iPhone-Nachfolger.
Bild: Gage Skidmore, CC-Lizenz