US-Präsident Donald Trump wirft Google vor, Suchergebnisse gezielt zu manipulieren, um ihn negativ darzustellen. Er vergleicht dies mit der Behandlung von Barack Obamas Präsidentschaft und pinnte ein Video auf Twitter, das dies belegen soll.

In dem Video fordert Trump Google auf, Links zu seiner Ansprache nicht zu zeigen, während dies bei Obama angeblich anders war. Tatsächlich enthält das Video mehrere Fehlinformationen, wie Gizmodo berichtet.
Google widerspricht: 2017 fehlte ein Link zu Trumps Ansprache vor dem Kongress, da es keine offizielle 'State of the Union'-Rede war – ähnlich wie bei Obamas Ansprache 2009. "Am 30. Januar 2018 haben wir den Live-Stream von Präsident Trumps Rede zur Lage der Nation auf google.com hervorgehoben", erklärte Google. "Wir bewerben die erste Kongressansprache eines neuen Präsidenten nicht, da sie technisch keine State-of-the-Union-Rede ist."
Als Beleg verlinkt Google auf den Subreddit r/The_Donald, wo Nutzer am 30. Januar 2018 Trumps Rede diskutierten.

Weiter zeigt sich: Screenshots im Video wurden manipuliert. Ein Bild der Google-Startseite von 2016 mit Obamas Link nutzt das alte Logo – Google wechselte 2015 zu einem serifenlosen Design. Dies bestätigt die Wayback Machine.
Fakten scheinen für Trump zweitrangig; stattdessen attackiert er Tech-Giganten wie Google, die seine Narrative nicht unterstützen.
Der Beginn von Trumps Kampagne gegen Google-Suche
Trump startete mit einem Tweet: "Die Google-Suchergebnisse für ‚Trump News‘ zeigen nur schlechte Berichte von Fake-News-Medien. Gefälschtes CNN prominent, Republikaner/Konservative ausgeschlossen. Illegal?"
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Er behauptet, 96 % der Ergebnisse seien 'links'. Eine eigene Überprüfung zeigt jedoch eine ausgewogene Mischung aus Fox News, CNN, BBC und New York Times – positiv, neutral und kritisch.
Googles Algorithmus ist proprietär und berücksichtigt Standort sowie Browserverlauf, nicht politische Ausrichtung. Unterschiede können personalisiert sein.
Google untersucht regelmäßig seine Algorithmen gegen Fake News. Sprecherin Riva Sciuto: "Wir liefern relevante Antworten ohne politische Agenda."

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Trumps Angriffe führten zu Überlegungen einer Regulierung. Dies birgt Risiken für die freie Meinungsäußerung. Viele – Demokraten, Republikaner, Experten – lehnen staatliche Kontrolle ab.
Republikaner Senator John Neely Kennedy: "Gift im Internet? Die Regierung sollte kein Schiedsrichter sein."
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Trump erweiterte auf Facebook und Twitter: "Google, Twitter und Facebook betreten gefährliches Terrain. Das ist unfair gegenüber vielen Menschen."