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Warum der Tech-Hype um VR, Bitcoin, KI und autonome Autos trügt – Ein realistischer Blick von Experten

Der Technologiehype treibt die Branche voran: Bald rollen fahrerlose Autos durch die Straßen, KI und Roboter übernehmen unsere Jobs, und in virtuellen Welten ertrinken unsere Sorgen. Hyperloop durchquert Länder, Chatbots lenken unser Leben, Drohnen liefern Einkäufe per digitaler Währung. Zweifeln Sie daran? Sie sind nicht allein.

Warum der Tech-Hype um VR, Bitcoin, KI und autonome Autos trügt – Ein realistischer Blick von Experten

Es gibt gute Gründe für Optimismus: Fahrerlose Autos könnten Verkehrstote senken, Roboter Arbeitsunfälle in Fabriken verhindern, digitale Währungen uns von Banken unabhängig machen. Doch wir müssen uns vor überbewerteten Versprechen hüten, die oft unrealistisch bleiben. Als Technologieexperten mit jahrelanger Beobachtung der Branche raten wir: Träumen Sie von Fortschritt, aber prüfen Sie Fakten.

Warum der Übermut? Medien lieben reißerische Schlagzeilen, Startups und Silicon-Valley-Riesen brauchen Investoren, Analystenfirmen – oft tech-finanziert – versprechen rosige Zukunft. Skepsis ist rar, doch sie ist essenziell, wie Duncan Stewart, Forschungsdirektor für Technologie bei Deloitte Kanada, betont: „Tech erfindet nicht gut das Nächste Große – nicht mal das Kleine.“

Der globale Consumer-Hardware-Markt lag 2017 bei 930 Milliarden US-Dollar, davon 830 Milliarden auf Smartphones, PCs und TVs. „Nichts bedroht das“, sagt Stewart. Seit Tablets 2010 keine Tech knackt die 10-Milliarden-Marke jährlich – geschweige 100 Milliarden.

Vergessen Sie den Hype. Lassen Sie uns VR, Bitcoin, Blockchain, KI und autonome Autos kritisch beleuchten.

Virtuelle Realität

VR-Headsets als „nächstes Großes“? Prognosen wie 14 Millionen Einheiten 2017 (CSS Insight) lagen daneben. Canalys meldete Ende 2017 erst eine Million pro Quartal, halb davon Sonys PlayStation VR (ca. 350 €). Im Vergleich: Apple verkaufte 46,7 Millionen iPhones.

Preise fielen, Tech verbesserte sich – doch Verkauf stockt. Grund: Unbehagen. Stewart: Headsets sind schwer (PlayStation VR: 600 g), erzeugen Übelkeit, isolieren sozial. „Ein halbes Kilo Elektronik auf dem Kopf? Verbraucher meiden das.“

Warum der Tech-Hype um VR, Bitcoin, KI und autonome Autos trügt – Ein realistischer Blick von Experten

(HTC Vive Pro. Bild: Alphr)

„Die Leute hassen es aktiv, sie zu tragen“

Käufer nutzen sie selten. „Noch nie eine Hardware so verabscheut“, sagt Stewart. AR wie Google Glass oder Snap Spectacles scheiterte ähnlich. AR boomt auf Smartphones (Spiele, AR-Filter), nicht als Wearable.

VR/AR glänzt beruflich (Fertigung, Medizin, Architektur), doch ohne Massenmarkt bleibt es teuer und innovativ langsam. „Bei nur Millionen statt Milliarden Stück fehlt Skaleneffekt“, warnt Stewart.

Bitcoin

Bitcoin machte Reiche – wir bereuen es, nicht früher investiert zu haben. Doch Defizite sind klar: Hohe Kosten, überlastete Börsen, Betrug (Facebook verbot Ads, Kreditkarten blocken Käufe), Hackerangriffe. Plus: Energieverbrauch beim Mining ist enorm.

David Gerard („Attack of the 50-Fuß-Blockchain“): „Betrüger strömen herbei, Börsen inkompetent, Presse heizt Spekulationsblase an. Viele werden verbrennen.“ Anonymität? Schwankungen, hohe Gebühren (bis zig Dollar), Langsamkeit machen es untauglich zum Bezahlen. Stripe stellte Support ein.

Warum der Tech-Hype um VR, Bitcoin, KI und autonome Autos trügt – Ein realistischer Blick von Experten

„Wenn digitales Gold, unterbewertet – sonst auf Null“

Bitcoin als Asset wie Gold? Prof. Ferdinando Ametrano (Politecnico di Milano): „Unglaublich: Übertragbar, nicht duplizierbar. Als Geld nutzlos, als Asset potenziell.“ Doch Jack Bogle (Vanguard): Reine Spekulation.

Blockchain

Bitcoin brachte Blockchain: Manipulationssicheres, verteiltes Ledger. Startups versprechen Smart Contracts, eVoting, mehr. Doch Gerard: „Hype-Wort. Wahre Blockchains (mit Mining) nutzlos für Firmen. Gute Teile alt, schlechte neu.“ Estlands „Blockchain“? Nur Krypto-gesichertes Ledger.

Ametrano: „Bitcoin ist nuklear, Fallout ist Kryptografie – nicht Blockchain. Proof-of-Concepts scheitern real. Ohne Token fehlt Anreiz.“ Nach Jahren Hype: Keine Produktionsanwendungen.

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(Tallinn, Estland. Bild: Shutterstock)

Künstliche Intelligenz

KI raubt Jobs? PwC/Oxford prognostizieren Drittel weg. Chatbots nerven, neuronale Netze irren. Doch DeepMind’s AlphaGo Zero meisterte Go selbstgelernt.

Gary Marcus (NYU): „Übertrieben. Spezialisierte Erfolge, nicht allgemein.“ KI excelliert eng (Go), floppt breit (Verstand, Sprache). „Viel schmale Intelligenz, nichts flexibles.“

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(Go-Brett von AlphaGo. Bild: Shutterstock)

„Bisher viel schmale Intelligenz, nichts breites“

Erfolge publiziert, Misserfolge versteckt (File-Drawer-Problem). Medizin-Beispiel: DeepMind nutzt alte Algos plus App, keine reine KI. Jobs sicher – vorerst.

Fahrerlose Autos

2020 auf Straßen? Hammond, Musk, Waymo versprachen viel. Christian Wolmar („Driverless Cars“): „Hype überzeugte mich erst – dann Fakten.“ Pizza-Lieferung? Mit Ingenieur an Bord.

Prototypen: Pods folgen Routen, andere scheitern bei Radfahrern/Nacht/Schnee. Level 5 braucht überlegene KI. Viele sind Level 3: Übergeben bei Problemen – riskant (Tesla-Unfall).

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(GATEway-Pod, Greenwich. Bild: GATEway-Projekt)

„Level 5 wird nie kommen“

Dr. Jack Stilgoe (UCL): „Nie weltweit bei jedem Wetter.“ Uneinheitlicher Zugang. Vorteile? Carsharing 2.0, Parkplätze bleiben. Wolmar: „Soziale, nicht nur tech-Veränderung.“ Weniger Hype, oder Backlash.