Elon Musks ikonischer Tesla Roadster hat bei der Falcon-Heavy-Mission Schlagzeilen gemacht, doch SpaceX hat eine weitere faszinierende Nutzlast mit an Bord geschickt: eine winzige, weltraumtaugliche Bibliothek.

Im Inneren des Roadsters verbirgt sich die "Arch-Bibliothek" – so groß wie eine Münze und für Milliarden Jahre im Vakuum ausgelegt. Sie umkreist derzeit die Sonne in einer elliptischen Bahn.
Diese Miniaturbibliothek ähnelt einer geschrumpften DVD und nutzt 5D-Datenspeicherung: Quarz wird mit einem Femto-Sekundenlaser geätzt. Entwickelt von Dr. Peter Kazansky am Optoelectronics Research Centre der University of Southampton, verspricht die Technologie bis zu 360 Terabyte Speicherplatz in den nächsten zehn Jahren.
Die aktuelle Version testet dieses Potenzial mit den drei Bänden von Isaac Asimovs Foundation-Trilogie. Zwei Kristalle gingen an Elon Musk: einer in seine persönliche Bibliothek, der andere in den orbitierenden Roadster.
"Der Roadster wird das bizarrste Objekt im Sonnensystem – perfekt, um die Arch-Bibliothek für zukünftige Entdecker sichtbar zu machen", erklärt Nova Spivack, Mitgründer der Arch Mission Foundation.
Bibliothek der Menschheit
Die Wahl der Asimov-Trilogie ist symbolisch: Der Protagonist bewahrt menschliches Wissen vor einem 30.000-jährigen dunklen Zeitalter. Die Arch-Mission zielt auf ein umlaufendes Kompendium allen menschlichen Wissens ab – wie einen "Wissensring um die Sonne". Bis 2020 soll eine Mondbibliothek folgen, um Wissen dezentral zu sichern, ähnlich Löwenzahnsamen in der Galaxie.
Zukünftige Versionen könnten DNA-Speicher nutzen. Ein Harvard-Team kodierte kürzlich eine GIF in Bakteriengenom.
Das Projekt erinnert an die Voyager Golden Record mit Bildern, Musik und Daten zur Menschheit. Doch private Initiativen wie diese stellen neue Fragen: Welches Wissen wird ausgewählt?
Bildnachweis: Arch Mission Foundation