In der bisher größsten Sammelklage im Vereinigten Königreich droht Google, Millionen von Verbrauchern zu entschädigen.

Google steht vor der größte Massenklage aller Zeiten durch Datenschutzaktivisten im Vereinigten Königreich. Berichten zufolge wurden Millionen iPhone-Nutzer ohne deren Zustimmung verfolgt.
Angefhrt vom ehemaligen Which?-Direktor Richard Lloyd, wirft die Klage Google Verstöße gegen Datenschutzgesetze vor. Die geforderte Entschädigung beläuft sich auf mindestens 1 Milliarde £, könnte aber auf 2,7 Milliarden £ ansteigen.
Siehe auch: What is GDPR compliance: Everything you need to know about your data and how it’s used. Google gibt zu, die Standorte der Nutzer zu verfolgen.
Letzte Woche berichteten wir, dass Google eingeräumt hat, Android-Nutzerstandorte im Hintergrund zu tracken. Nun lauten Vorwürfe, Google habe wissentlich Millionen iPhone-Nutzer verfolgt und deren Privatsphäre verletzt.
Nach der Google You Owe Us-Kampagne platzierte Google von Juni 2011 bis Februar 2012 Cookies im iPhone-Safari-Browser und nutzte eine Safari-Lücke, um Benutzerdaten zu sammeln. In Großbritannien wird Google nun verklagt und könnte 5,4 Millionen britische iPhone-Nutzer entschädigen müssen.
„Durch diese Klage senden wir eine klare Botschaft an Google und Silicon-Valley-Giganten: Wir wehren uns, wenn Gesetze gebrochen werden“, sagte Richard Lloyd zur Times. „In meiner jahrelangen Verbraucherschutz-Erfahrung habe ich selten einen derart massiven Vertrauensmissbrauch gesehen, bei dem Betroffene allein machtlos sind.“
Der bekannte Safari-Workaround umging standardmäßige Datenschutzeinstellungen und installierte Cookies ohne Zustimmung auf iPhones.
Im Vorjahr urteilte das britische Berufungsgericht, dass Verbraucher Google wegen Datenschutzmissbrauchs verklagen dürfen.
Jeder, der folgende Kriterien erfüllt, ist automatisch in der Sammelklage. Bei Erfolg wird ein Nachweis für Auszahlung verlangt:
- Zwischen 1. Juni 2011 und 12. Februar 2012 in England und Wales präsent
- Zu diesem Zeitpunkt im Besitz eines iPhones
- Mit Apple-ID ausgestattet
- Safari-Browser für Internetzugriff genutzt
- Nicht gegen Google-Anzeigen-Tracking optiert
- Standard-Sicherheitseinstellungen in Safari beibehalten
- Am 31. Mai 2017 in England und Wales ansässig
Bei Erfolg wäre dies die höchste Verbraucherentschädigung in der UK-Geschichte. In den USA zahlte Google 2012 bereits 22,5 Millionen $ wegen desselben Vorfalls an die Federal Trade Commission.