Bei den Fortschritten der modernen Medizin erwartet man vom National Health Service (NHS) eine hochmoderne IT-Infrastruktur. Tatsächlich ist der NHS jedoch nach wie vor der weltweit größte Käufer von Faxgeräten – ein Titel, der im 21. Jahrhundert höchst unpassend wirkt.

Eine vom DeepMind Health (DMH) beauftragte Überprüfung deckt den desolaten Zustand der NHS-Technologie auf. Sie kritisiert, dass „die digitale Revolution das Gesundheitswesen weitgehend umgangen“ hat. Hinzu kommt massive Desorganisation: Die meisten NHS-Trusts nutzen durchschnittlich 160 verschiedene Computersysteme.
Bei Ausfällen – häufig bei Faxgeräten – improvisieren Kliniker oft mit eigenen Lösungen. Berichte melden den Einsatz von Apps wie Snapchat für den Versand vertraulicher Patientenscans, was Datenschutzrisiken birgt.
Der Bericht unter Leitung des ehemaligen Liberaldemokraten Dr. Julian Huppert urteilt streng: „Es ist schwierig, diese Personen zu kritisieren, da dies ihre Arbeit ermöglicht. Dies ist jedoch eindeutig eine unsichere, riskante und nicht überprüfbare Vorgehensweise, die nicht fortgesetzt werden kann.“
Solche Probleme spiegeln einen breiteren Technologie-Rückstand wider. Im Mai 2016 hielten 30 % der britischen Arbeitnehmer Faxgeräte für „unverzichtbar“. Diese anfälligen Relikte aus den 1970er Jahren gehören in die Geschichte.