Die Menschheit unternimmt nicht die notwendigen Schritte, um unseren Planeten vor einer Umweltkatastrophe zu schützen. Viele Bedrohungen haben sich in den letzten Jahrzehnten sogar verschärft.

Das zeigt ein Aufruf von 15.000 Wissenschaftlern aus 184 Ländern. Sie betonen, dass wir – abgesehen vom Erfolg beim Ozonschutz – keine Einigkeit bei den Problemen erlangt haben, die unseren Planeten 'unwiederbringlich verstümmeln' könnten.
Vor 25 Jahren veröffentlichten die meisten lebenden Nobelpreisträger die 'World Scientists’ Warning to Humanity'. Sie warnten vor großem menschlichem Elend durch unseren Einfluss auf die Erde. Der aktuelle Aufruf 'A Second Notice', erschienen in BioScience, bewertet mit Zeitreihendaten unsere Fortschritte. Fazit: Die Lage ist besorgniserregend.
"Die Menschheit unternimmt nicht die dringend erforderlichen Schritte, um unsere gefährdete Biosphäre zu schützen", schreiben die Autoren. Die meisten Bedrohungen bestehen weiter und verschlimmern sich alarmierend.
Zu den Trends der letzten 25 Jahre zählen: Verlust von 300 Millionen Morgen Wald, 26-prozentige Reduktion der pro-Kopf-Süßwassermenge, 29-prozentiger Rückgang bei Säugetieren, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Fischen sowie 75-prozentige Zunahme toter Meereszonen.
"Einige könnten uns als Alarmisten abtun", sagt William Ripple, Hauptautor und Professor am College of Forestry der Oregon State University. "Doch Wissenschaftler analysieren Daten und langfristige Folgen. Die Unterzeichner dieser Warnung schlagen keinen falschen Alarm – sie sehen die Anzeichen für einen unhaltbaren Kurs."
Der Aufruf fand enorme Resonanz: Im Vergleich zu 1.700 Unterzeichnern 1992. Auf Twitter trendet #ScientistsWarningtoHumanity.
"Eine überwältigende Reaktion, die wir nicht erwartet hatten", erklärt Thomas Newsome, Mitautor und Forschungsstipendiat an Deakin University und University of Sydney. "Es begann mit Teilen in E-Mail-Listen und explodierte dann."
Trotz düsterer Aussichten: Der Erfolg beim Ozonschutz zeigt, dass entschlossenes Handeln wirkt. Der Bericht nennt 13 Bereiche für nachhaltige Veränderungen.
Die Autoren mahnen: "Die Zeit läuft ab."