Supercomputer waren lange ein Symbol amerikanischer Innovation – sie beherbergten die schnellsten Rechner der Welt und trieben technologische und wissenschaftliche Fortschritte voran. Heute hat sich das Blatt gewendet: China besitzt nun die meisten der leistungsstärksten Supercomputer.

In der renommierten TOP500-Liste führt China mit beeindruckenden 202 Systemen, während die USA auf 143 kommen. Die USA halten Platz 2, was die niedrigste Position seit Listeinstieg 1993 darstellt. Japan liegt auf Platz 3 mit 35 Supercomputern, Deutschland auf Platz 4 mit 20. Das Vereinigte Königreich belegt Rang 6 mit 15 Systemen; der stärkste britische Rechner (Platz 15 weltweit) wird vom UK Meteorological Office für Wettervorhersagen genutzt.
Der leistungsstärkste US-Supercomputer rangiert auf Platz 5 – hinter zwei chinesischen, einem schweizerischen und einem japanischen System. Chinas Spitzenrechner erreicht 93 PetaFLOPS.

Zum Vergleich: Die Xbox One X, leistungsstärkste Gaming-Konsole, liefert 6 TeraFLOPS. Chinas Sunway TaihuLight ist über 15.000 Mal schneller. Dieser Rechner ist eine Ausnahme: Er übertrifft den zweitschnellsten (ebenfalls chinesisch) fast dreifach.
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Chinas Aufstieg ist atemberaubend. Vor sechs Monaten hatte das Land noch 160 Systeme gegenüber 169 US-Rechnern. Der Sprung auf 202 wirft Fragen auf – möglicherweise investieren US-Firmen verstärkt in Quantencomputing. IBM kündigte 2022 Pläne an und meldete im September einen Meilenstein. Aktuelle Quantencomputer konkurrieren noch nicht mit Supercomputern, doch in fünf Jahren könnten sie die Landschaft revolutionieren.
Die Zukunft? Chinas Technologie könnte bis dahin ebenfalls Quantensprünge gemacht haben.