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Studenten revolutionieren VR: Weltweit erstes vollständiges Ganzkörper-Erlebnis mit Project Myron

Was passiert, wenn Sie Studenten mit hochwertiger Technik, einem knappen Zeitrahmen und einer anspruchsvollen Aufgabe ausstatten? Das Ergebnis: Das weltweit erste vollständig kabelgebundene Ganzkörper-Virtual-Reality-Erlebnis.

Project Myron – so heißt das ambitionierte Vorhaben eines Studententeams der Saxion University of Applied Sciences in den Niederlanden. In nur 20 Wochen entwickelten diese Studierenden, die zuvor kaum VR-Erfahrung hatten, ein bahnbrechendes Ganzkörper-VR-System. Kein professionelles VR-Unternehmen oder keine Agentur hat Ähnliches zuvor geschafft.

„Wir haben auf dem professionellen Markt kein derart hohes Engagement für Ganzkörper-VR gesehen“, betont Remco Sikkema von Xsens.

Der Ausgangspunkt war eine Idee von The Virtual Dutch Men, einer Spezialagentur für immersive VR-Erlebnisse jenseits simpler Spiele. In Kooperation mit der Saxion University, Xsens, Manus VR, XMG und weiteren Partnern wurde Project Myron Realität.

„Obwohl es Studenten sind, fordern sie die Technologie wirklich heraus – das ist etwas Besonderes“, erklärt Sikkema.

Aufbau eines stadiongroßen VR-Erlebnisses

Das Ziel: Ein umfassendes Multiplayer-Ganzkörper-VR mit marktüblicher Technik. Die Studenten nutzten Xsens-Motion-Capture-Anzüge für präzise Ganzkörper-Tracking, Manus-VR-Handschuhe für Finger-Tracking und XMG-Rucksack-PCs. Kombiniert mit Oculus Rift und Unity entstand ein hochimmersives Erlebnis.

„Auf dem FMX-Festival zeigten sie eine Live-Demo nach nur zehn Wochen Prototypenentwicklung mit zwei Spielern“, berichtet Matthijs van Veen, Dozent an der Saxion University. „Bis Ende Juni verbessern wir das Gameplay für Multiplayer in einer gemeinsamen Arena – wir beweisen, dass es als Mehrspieler-Spiel funktioniert.“

Als Forschungsprojekt im Studiengang Creative Media and Game Technologies entwickelte sich Project Myron rasch zu einem potenziellen VR-Produkt. „Zuerst geht es um Forschung, aber wir testen die Machbarkeit als Erlebnis“, sagt Student Nick Hartmann. „Allerdings ist es aufgrund des Platzes und der Ausrüstung nicht consumerfreundlich.“

Das stimmt: Die Kombination bestehender Technologien fasziniert, doch die Kosten sind hoch. Die Xsens-Anzüge, eingesetzt in Hollywood-Produktionen wie Independence Day: Resurgence, X-Men: First Class oder Hellblade: Senua’s Sacrifice, sind Profi-Equipment – Preise auf Anfrage.

„Der Xsens-Anzug hat eingebaute Sensoren ohne Raumkameras, ideal für Studenten: Nutzbar im Klassenzimmer oder auf dem Fußballfeld“, erläutert Sikkema.

Mit Manus-Handschuhen und XMG-PCs schufen die Studenten ein Lauf-Erlebnis auf Fußballfeld-Größe. „Wir planten von Anfang an Teamplay in Stadiongröße – jeder hat ein Achtelfeld“, beschreibt Künstlerin Zoë Wolzak.

Ohne kamerabasiertes Tracking von Oculus ermöglicht Xsens maximale Freiheit. „Oculus-Tracking überspringen wir dank Xsens“, ergänzt Hartmann.

Studenten revolutionieren VR: Weltweit erstes vollständiges Ganzkörper-Erlebnis mit Project Myron

Studenten revolutionieren VR: Weltweit erstes vollständiges Ganzkörper-Erlebnis mit Project Myron

Hürden der Ganzkörper-VR meistern

Solche Projekte bergen Herausforderungen: Technikintegration und kohärentes Erlebnis in befristeter Zeit.

„Es gab Hürden, auch weil wir Studenten sind“, räumt Hartmann ein. „Aber mit Partnern haben wir einen Prototypen zum Laufen gebracht“, lobt van Veen.

Die größte Programmierherausforderung: Xsens, Manus und Oculus in Unity vereinen. „Das Charakter-Rig musste neu gebaut werden, damit Körper und Hände perfekt synchron laufen“, erklärt Hartmann.

Der Erfolg gründet auf niederländischer Kooperation: „The Virtual Dutch Men konzipieren Inhalte, Xsens liefert Präsenz, Manus Finger-Tracking, XMG Mobilität – perfekt kombiniert für volle Freiheit“, sagt Sikkema.

Project Myron demonstriert Innovationskraft durch Teamwork. „Es löst das Präsenzproblem in VR und zeigt die Qualität verfügbarer Technik“, fasst van Veen zusammen. „Ein echtes Showcase dessen, was mit Leidenschaft und Technik möglich ist.“

Als Forschungsprojekt treibt Myron die Branche voran. VR-Headsets wie Oculus Rift oder HTC Vive sind noch zu eingeschränkt – Projekte wie dieses ändern das. „Es fühlt sich an wie etwas völlig Neues, worauf wir stolz sind“, sagt Wolzak.