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Caltech-Forscher dekodieren Affengedanken: Präzise Gesichtsporträts aus Gehirnaktivität

Die Fähigkeit, Gedanken zu lesen, mag wie eine Superkraft wirken. Doch eine bahnbrechende Studie des California Institute of Technology (Caltech) bringt uns dem Verständnis des Gehirns – einer der letzten großen Blackboxen der Wissenschaft – einen großen Schritt näher.

Caltech-Forscher dekodieren Affengedanken: Präzise Gesichtsporträts aus Gehirnaktivität

Forscher zeigten zwei männlichen Rhesusaffen Fotos menschlicher Gesichter und interpretierten deren Gehirnströme algorithmisch. Das Ergebnis: Haarscharf genaue Porträts, die den Originalfotos nahezu identisch sind. Die links gezeigten Bilder sind die Originale, rechts die aus den neuronalen Signalen rekonstruierten Versionen.

Caltech-Forscher dekodieren Affengedanken: Präzise Gesichtsporträts aus Gehirnaktivität

Dieser Durchbruch geht über einen bloßen Technik-Trick hinaus. Er könnte die unzuverlässige Welt der Augenzeugenberichte revolutionieren und stellt unser Verständnis der Gesichtserkennung infrage, das seit den 1960er Jahren auf der 'Großmutterzellen-Theorie' basiert. Diese besagt, dass spezifische Neuronen an einzelne Personen gebunden sind. Prof. Rodrigo Quian Quiroga, Neurowissenschaftler an der University of Leicester, erklärte gegenüber The Guardian: „Dieses Papier macht das komplett zunichte.“

Siehe die verwandte Theorie des „betrunkenen Affen“, die von betrunkenen Schimpansen unterstützt wird.

Die Entdeckung gelang Doris Tsao und ihrem Kollegen Stephen Le Chang nahezu zufällig. Sie entwickelten für ein Computer-Vision-Projekt 25 Messungen zur punktgenauen Gesichtsform und ergänzten diese um 25 weitere für Merkmale wie Augenfarbe, Hauttöne und Muskelstruktur. Überraschenderweise spiegelte dieses Schema exakt die Neuronenaktivität der Affen wider. „Die Vorhersagen waren so gut, dass ich baff war“, berichtet Tsao. Nach gründlicher Überprüfung erkannte sie: Dieses System ist mathematisch der effizienteste Weg, Gesichter zu quantifizieren – ein Prinzip, das auch in der Computer Vision Form und Aussehen trennt.

Wir sind noch nicht beim vollständigen Gedankenlesen, aber dieser Fund entschlüsselt weitere Geheimnisse des Gehirns und widerlegt Vereinfachungen wie „Affen sehen, Affen tun“.