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Amnesty International kritisiert Apple: iCloud-Daten in China nun Regierung zugänglich

Die ikonische Apple-Werbung aus 1984, inspiriert von George Orwells Roman, versprach: „1984 wird nicht wie 1984 sein.“ Heute wirft Amnesty International dem Tech-Riesen vor, eine dystopische Überwachungsgesellschaft mitzuerschaffen.

Seit einem chinesischen Gesetz von 2017 müssen Cloud-Dienste von lokalen Anbietern betrieben werden. Apple hat im November 2018 die iCloud-Schlüssel an Guizhou-Cloud Big Data übergeben. Folge: Die chinesische Regierung kann bei Bedarf auf Fotos, Nachrichten, Dokumente und Kontakte von Millionen iCloud-Nutzern in China zugreifen.

Amnesty International kritisiert Apple: iCloud-Daten in China nun Regierung zugänglich

Amnesty kontaktierte Apple am 1. Februar bezüglich der Compliance mit dem Gesetz – ohne Antwort. „Apple verrät Millionen chinesischer Nutzer, indem es ihre Daten der willkürlichen Kontrolle der Regierung aussetzt“, heißt es in einer Erklärung der Organisation.

"Apples legendärer '1984'-Spot trotzte einer dystopischen Zukunft, doch 2018 hilft das Unternehmen, sie zu verwirklichen“, kritisiert Nicholas Bequelin, Amnesty-Direktor für Ostasien. „Tim Cook predigt Datenschutz, für chinesische Kunden sind das leere Worte. Reines Doppeldenken.“

China setzt bereits auf invasive Technologien wie Gesichtserkennung via smarter Sonnenbrillen und plant bis 2020 ein umfassendes Sozialkreditsystem, das Online-Verhalten bewertet – inklusive Zensur und Pornokonsum. Apples Entscheidung passt nahtlos dazu.

Diese Kampagne folgt Amnestys Initiative gegen Missbrauch auf Twitter. Ob Apple reagiert, ist offen.