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Durchgesickerte Amazon-Dokumente: TV-Produktionen wie The Grand Tour boosten Prime-Abonnements profitabel

1994 stand Amazons Mission klar im Raum: Bücher in Massen verkaufen. Bis 2018 hat sich das Ziel erweitert – nun geht es um Bücher, Kleidung, Hardware und Kaffeemaschinen.

Durchgesickerte Amazon-Dokumente: TV-Produktionen wie The Grand Tour boosten Prime-Abonnements profitabel

Doch mit zunehmender Konkurrenz im Netz wurde die Strategie raffinierter. Der Kindle bindet Kunden an Amazons Bücher, Echo- und Dash-Buttons füllen Warenkörbe, und exklusive TV-Produkte via Fire TV machen aus Zuschauern loyale Prime-Mitglieder. Das ist keine bloße Theorie: Jeff Bezos sagte 2016: „Ein Golden Globe hilft uns, mehr Schuhe zu verkaufen.“

Interne Dokumente, die Reuters einsehen konnte, belegen nun: Amazons TV-Investitionen zahlen sich aus. Von Ende 2014 bis Anfang 2017 sorgten 19 Originalproduktionen für über fünf Millionen neue Prime-Konten – etwa ein Viertel aller Anmeldungen in diesem Zeitraum.

Prime (ca. 79 £/99 $, mit Studentenrabatten) bietet nicht nur Streaming, sondern auch Blitzversand und exklusive Vorteile. The Man in the High Castle (Staffel 1) generierte bei 72 Mio. $ Produktionskosten 1,15 Mio. Abos zu 63 $ pro Kopf. Amazons Metrik zählt das erste gestreamte Programm nach Anmeldung – auch wenn Zuschauer später umsteigen.

Durchgesickerte Amazon-Dokumente: TV-Produktionen wie The Grand Tour boosten Prime-Abonnements profitabel

Trotzdem: The Grand Tour (Staffel 1, 78 Mio. $) war mit 49 $ pro Abo der Top-Performer. Bosch, Hand of God und Goliath folgten mit 158 $, 356 $ bzw. 492 $ pro erstem Stream.

Kritikerlieblinge wie Transparent (acht Emmys) holten nur halb so viele Zuschauer wie The Man in the High Castle. Good Girls Revolt (81 Mio. $) brachte nur 52.000 erste Streams – keine zweite Staffel.

Fazit: Amazons TV-Strategie treibt Prime-Wachstum und Einkäufe. Im Gegensatz zu Netflix, das Abos maximiert, nutzt Amazon Video als Einstieg in den Verkaufstrichter. Solange Käufer bei Amazon bleiben, investiert Bezos weiter.

Siehe auch: Google, Facebook, Amazon und Apple gaben 2017 50 Mio. $ für Lobbying bei Trump aus. Eine US-Stadt bot an, sich in „Amazon“ umzubenennen, um Bezos zu locken.