Multiple Sklerose (MS), eine unvorhersehbare Erkrankung, die jährlich rund 5.000 Menschen in Großbritannien trifft, ist bisher schwer therapierbar. Eine wegweisende Studie zur Stammzelltransplantation (HSCT) zeigt jedoch: Sie hält das Fortschreiten der Krankheit an und lindert bei vielen Patienten die Symptome.

In dieser internationalen Studie mit über 100 Patienten in Zentren wie Sheffield, Chicago, Stockholm und São Paulo wurde das defekte Immunsystem mittels Chemotherapie abgetötet und durch autologe Stammzellen aus dem eigenen Knochenmark neu aufgebaut.
Die Teilnehmer litten an schubförmig-remittierender MS mit kurzen Remissionsphasen. Sie erhielten entweder HSCT oder konventionelle symptomlindernde Medikamente.
Die Zwischenergebnisse wurden auf der Jahrestagung der European Society for Bone and Marrow Transplantation in Lissabon präsentiert. Bei den konventionell behandelten Patienten schritten 39 von 50 bereits im ersten Jahr rückfällig aus; nach drei Jahren galt die Therapie bei 60 % als gescheitert.
Die HSCT-Gruppe schnitt beeindruckend ab: Nur ein Rückfall nach einem Jahr bei 52 Patienten, und nach drei Jahren nur drei Therapieversagen. Viele berichteten von einer Reduktion ihrer Behinderung.
"Diese Ergebnisse verändern die Regeln für Patienten mit therapierefraktärer, behindernder MS", betonte Professor John Snowden, Leiter der Blut- und Knochenmarktransplantation am Royal Hallamshire Hospital in Sheffield, gegenüber der BBC.
MS attackiert Immunsystem, Rückenmark und Gehirnnerven, was zu Mobilitätsstörungen, Muskelschwäche, Erschöpfung oder sogar Erblindung führt. Für die 100.000 Betroffenen in Großbritannien und 2,5 Millionen weltweit könnte HSCT einen Durchbruch bedeuten.
Die Therapie kostet etwa 30.000 £, erfordert wochenlange Isolation und intensive Chemotherapie. Als Zwischenergebnis sind sie dennoch ermutigend. Dr. Susan Kohlhaas von der MS Society erklärte der BBC: "HSCT wird in England bald standardisiert – unsere Priorität ist faire Zugänglichkeit für Bedürftige."