Google engagiert sich wie viele Tech-Riesen dafür, Nutzer zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren – von Google Fit bis hin zu veganen Rezeptvorschlägen, die Burger-Konkurrenz machen.

Ein neues Feature in der iOS-Version von Google Maps ging jedoch zu weit: Es zeigte den geschätzten Kalorienverbrauch für zurückgelegte Strecken an. Experten für Essstörungen warnen, dass ständige Kalorienhinweise schädlich sein können.
Noch problematischer: Die Funktion war standardmäßig aktiviert, ohne einfache Deaktivierung. Der Verbrauch wurde in Mini-Cupcakes gemessen – eine vermeintlich niedliche Idee, die jedoch bevormundend und potenziell gefährlich wirkte, wie Nutzer auf Twitter schnell kritisierten.
Gestern bestätigte Google den Rückzug des Features aufgrund der heftigen Reaktion. Es wird voraussichtlich weder für iOS noch Android zurückkehren. Priya Tew von Dietitian UK und Sprecherin der British Dietetic Association kommentierte: „Cupcakes als Maßeinheit klingen lustig, verursachen aber Probleme. Warum Cupcakes? Das könnte sie als ungesund brandmarken, obwohl alle Lebensmittel in Maßen passen. Oder es suggeriert: Kalorien verbrannt, jetzt Cupcake erlaubt.“
„Nicht jeder will Kalorien zählen – das kann zu Zwang werden, besonders bei Essstörungen. Ideal ist Aktivität und Maßen, ohne ständiges Zählen.“
Googles hastiger Rückzug ist verständlich, doch schade: Als Opt-in-Option hätte es Millionen motivieren können, aktiver zu sein – mit größerem Impact als Fitness-Apps allein. Die Lektion: Unangekündigte Features, selbst im Test, können nach hinten losgehen. Ein seltener Fehltritt des sonst innovativen Google.