Netflix hat mit der Übernahme von Millarworld seine erste Akquisition seit der Gründung 1997 vollzogen. Am Montagmorgen sicherten sich die Streaming-Riesen die Comic-Firma des schottischen Autors Mark Millar. Die Konditionen des Deals wurden nicht offengelegt.

Millarworld steht hinter Erfolgen wie Kick-Ass, Kingsman: Der Geheimdienst, Logan und Captain America: Civil War. Die kreativen Werke gehen darüber hinaus und brechen mit klassischen Superhelden-Klischees, etwa durch James-Bond-ähnliche Protagonisten wie in Kingsman.
Dieser Schritt markiert einen Strategiewechsel für Netflix: Das Unternehmen positioniert sich stärker als Hollywood-Studio, indem es geistiges Eigentum akquiriert – ähnlich wie Disney mit Pixar, Marvel Studios und Lucasfilm.
Mit 104 Millionen Abonnenten in rund 200 Ländern ist Netflix die führende Online-Unterhaltungsplattform weltweit. Seit 2013 produziert es Originalinhalte, beginnend mit dem Hit House of Cards. Weitere Erfolge umfassen Orange is the New Black (2013), BoJack Horseman (2013) und das kontroverse 13 Reasons Why (2017). Netflix sichert sich auch Rechte an Serien wie dem Kultklassiker Arrested Development und dem Skandi-Noir-Drama The Killing.
Ted Sarandos, Chief Content Officer bei Netflix, lobte Millar als "Schöpfer und Erfinder einiger der denkwürdigsten Geschichten unserer Zeit – von Marvels The Avengers bis zu Millarworlds Kick-Ass-, Kingsman-, Wanted- und Reborn-Franchises. Er ist dem modernen Stan Lee am nächsten." Netflix plant, bestehende Millarworld-Inhalte umzusetzen und neue Geschichten vom Team in Auftrag zu geben.
Mark Millar zeigte sich begeistert: "Millarworld hat über die Jahre 20 Franchises mit den besten Künstlern der Welt aufgebaut. Nun wurde es von der spannendsten Unterhaltungsfirma der Welt übernommen. Das ist das Beste, was uns je passiert ist." Er sieht in Netflix das perfekte Zuhause für seine Werke.