In einem ungewöhnlichen Fall besuchte die Polizei aus Florida ein Bestattungsinstitut, um mit dem Finger eines Verstorbenen dessen Handy zu entsperren.

Linus Phillips, 30, wurde im vergangenen Monat von einem Polizisten in Largo erschossen, nachdem er angeblich ohne Durchsuchung davongefahren war. Zwei Beamte begaben sich ins Bestattungsinstitut und legten seinen Finger auf den Sensor des Smartphones – vergeblich.
Nach Berichten der Tampa Bay Times wollte Lt. Randall Chaney mit dem Zugriff auf Daten des Geräts sowohl die Untersuchung zu Phillips Tod als auch eine separate Drogenermittlung vorantreiben.
Victoria Armstrong, die Verlobte des Toten, die sich damals im Institut aufhielt, fühlte sich desrespektiert und verletzt.
Rechtsexperten, wie sie die Tampa Bay Times zitiert, halten den Vorgang für legal, wenn auch nicht besonders sensibel: Tote können die Vierten Verfassungszusatz – Schutz vor unangemessenen Durchsuchungen – nicht geltend machen, da sie kein Eigentum mehr besitzen, erläutert Prof. Charles Rose von der Stetson University Law School.
Der Misserfolg liegt an der Technik: Sensoren wie Apples Touch ID reagieren auf die elektrische Ladung lebender Haut und Funkfrequenzen lebenden Gewebes.
Alternativ könnte ein Tool wie GrayKey helfen – dieses teure Gerät (ca. 30.000 Dollar) knackt iPhones mit iOS 10/11 in 2–3 Tagen. Siehe auch: Die zweifelhafte GrayKey-Box, mit der Behörden iPhones entsperren können, wurde möglicherweise gehackt.
2016 verweigerte Apple dem FBI den Zugriff auf das iPhone 5c des San-Bernardino-Attentäters Syed Rizwan Farook.