Da weltweit mehr selbstfahrende Autos getestet werden als je zuvor, sind Vorfälle wie der Uber-Unfall in Arizona leider unvermeidbar, solange die Technologie nicht als verkehrssicher gilt. Für die meisten Unternehmen ist es eine Herausforderung, private Testgelände wie Googles abgeschlossene Anlagen aufzubauen.
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Hier kommt Nvidia ins Spiel. Das KI- und GPU-Spezialistenunternehmen stellte auf der GPU Technology Conference (GTC) in San Jose eine cloudbasierte Testplattform für autonome Fahrzeuge vor. Mit hochrealistischen Simulationen können Entwickler alle Systeme ihres Fahrzeugs in einer virtuellen realen Welt testen – ohne teure, abgesperrte Teststrecken.
Das System Nvidia Drive Constellation nutzt zwei Server: Einer simuliert über Nvidia Drive Sim alle Sensoren (Lidar, Radar, Kameras etc.), der andere läuft auf einem Nvidia Drive Pegasus AI-Computer, wie er in realen autonomen Fahrzeugen verbaut ist. Pegasus verarbeitet die simulierten Daten als echte Sensoreingaben und steuert das virtuelle Fahrzeug.
Sensoren an einem echten Nvidia Drive Pegasus-betriebenen autonomen Auto
„Der Einsatz selbstfahrender Autos in der Produktion erfordert Tests über Milliarden von Kilometern, um die geforderte Sicherheit zu erreichen“, erklärt Rob Csongor, VP und GM Automotive bei Nvidia. „Mit Drive Constellation kombinieren wir unser Know-how in Visual Computing und Rechenzentren. So testen wir benutzerdefinierte Szenarien und seltene Eckfälle in Bruchteilen der Zeit und Kosten realer Straßenfahrten.“
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Drive Constellation täuscht das „Gehirn“ des Autos vor, es befinde sich in der realen Welt – ähnlich wie in „Black Mirror“ oder „The Matrix“. GPUs erzeugen Sensordatenströme, die Pegasus 30-mal pro Sekunde verarbeitet und dem Simulator zurückspielt.
Die fotorealistische Simulation erlaubt dynamische Tests: Regen, Schnee, Blendlicht, veränderte Straßenoberflächen oder skriptete Gefahrensituationen – ohne Risiko für Mensch oder Tier.
Hier eine Demo von der CES 2018 zur Drive Sim-Technologie:
Auf der CES 2018 zeigte Nvidia, dass simulierte Autos in Echtzeit fahren und auf reale Fahrer reagieren können – ohne je eine Straße zu berühren.
„Autonome Fahrzeuge brauchen ein System vom Training bis zum Einsatz“, betont Luca De Ambroggi, Research Analyst bei IHS Markit. „Nvidias End-to-End-Plattform mit Drive Constellation bringt uns der Serienproduktion näher.“