DeuAq.com >> Leben >  >> Elektronik

Wie Virtual Reality mir nach einer seltenen Erkrankung die Sehkraft zurückgab: Meine Geschichte mit L.A. Noire

Als Alex Lee L.A. Noire in Virtual Reality spielte, sah er zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder klar

Von Alex Lee

Als ich mir das HTC Vive VR-Headset aufsetzte, war ich skeptisch. Mein letztes Videospiel war 2013 Mario Kart auf der Wii. Besorgt war ich vor allem wegen meiner Sehschärfe: Eine seltene genetische Erkrankung hatte mir später im Jahr mein zentrales Sehvermögen geraubt.

Als L.A. Noire auf dem HTC Vive startete, erwartete ich nur Unschärfe – wie in allen Spielen. Doch stattdessen erlebte ich eine Überraschung: In dieser virtuellen Welt der 1940er Jahre konnte ich mehr erkennen als in anderen Spielen – sogar mehr als im echten Leben.

Gary Rubin, Professor für Sehfunktion und Rehabilitation an der UCL, erklärt: „Je näher etwas ist, desto stärker wirkt die Vergrößerung. Zwei Bildschirme nur Zentimeter von den Augen entfernt füllen das Sichtfeld aus und vergrößern so alles Wesentliche.“

„Zusätzlich passt das Gerät den Kontrast automatisch an. Kontrast macht Dinge sichtbar“, fügt er hinzu.

VR-Systeme füllen das gesamte Sichtfeld mit nahen Displays und hohem Farbkontrast aus – ideal für Menschen mit Sehbehinderungen wie mir.

Wie Virtual Reality mir nach einer seltenen Erkrankung die Sehkraft zurückgab: Meine Geschichte mit L.A. Noire

(Oben: L.A. Noire. Bildnachweis: Rockstar)

Dr. Michael Crossland, Optikerspezialist am Moorfields Eye Hospital NHS Foundation Trust, bestätigt: „VR nutzt große, helle Texte und Bilder, die Sehbehinderte besser sehen lassen. Nahe Bildschirme vergrößern Objekte, kräftige Farben und Kontraste verbessern die Unterscheidung.“

Weitere Infos: MyEye 2.0 verwendet KI, um sehbehinderten Menschen zu helfen, die Welt zu erkunden (wenn sie reich genug sind). Hinweise zu Blindheit ist eine der ersten großartigen VR-Erfahrungen. Virtual Reality wird Ihre Einstellung zu Gewalt verändern.

Solche Techniken sind nicht neu. Eine Studie der University of Bristol von 1999 zeigte: Mit kopfmontierter Kamera und Kontrastverstärkung erkannten Teilnehmer Objekte von 40 % auf 87,5 %. Eine Meta-Analyse der University of Manchester 2015 (37 Studien) bestätigte die Wirksamkeit der Bildverbesserung.

Ton und Bild

Trotz Potenzials warnt Ian Hamilton, Spezialist für barrierefreie Spiele mit über zehn Jahren Erfahrung: VR ersetzt kein Paradigma, bietet aber alternative Interaktionen.

„Eine alternative Art der Interaktion“

„VR ist weniger zugänglich durch Einstellungen und Missverständnisse. Viele Blinde denken, es sei rein visuell – doch Audio ist zentral“, sagt er.

Immersives Audio schafft Präsenz. Blinde Spieler meistern Kämpfe wie Killer Instinct, Mortal Kombat, Street Fighter oder Tekken per Sounddesign. Sightless Kombat, ein blinder Profi, erreichte 2016 „Killer“-Rang in Killer Instinct auf Xbox One.

„VRs räumlicher Sound eröffnet immersive Erlebnisse – auch für Blinde, wenn Entwickler es richtig machen“, sagt Sightless Kombat.

Wie Virtual Reality mir nach einer seltenen Erkrankung die Sehkraft zurückgab: Meine Geschichte mit L.A. Noire

(Oben: Alex Lee)

Head-Tracking hilft: Prof. Rubin testete 2008 mit Kollege Antonio Macedo Augenstabilisierung.

„Wenn sich Ihr Auge bewegt, weiß das VR-System, wohin Sie schauen“

„Viele Sehbehinderte haben instabile Augen, was Sehen erschwert. VR stabilisiert und gleicht Bewegungen aus – Lesen wird schneller“, erklärt Rubin.

2012 stabilisierten Forscher der University of Toronto Text mit VR-Brille: Von 2,77 auf 6,14 lesbare Zeilen.

Visuelle Hilfen plus 3D-Audio öffnen neue Wege. YouTuber Jesse Anderson (IllegallySighted) betont Head-Tracking: „Es erlaubt Neigen für Details oder Positionierung per Sound – mit Kalibrierung oft entscheidend.“

Eine neue Grenze?

VR ist kein Allheilmittel. Bei Tunnelblick kann Vergrößerung Kontext kosten, sagt Rubin: „Manchmal hilft Verkleinerung.“

Zugänglichkeit in Spielen fehlt: Kein Fadenkreuz in FPS, das Sehbehinderte nutzen. Wie Virtual Reality mir nach einer seltenen Erkrankung die Sehkraft zurückgab: Meine Geschichte mit L.A. Noire

(Oben: Wearable SightPlus-Headset von Give Vision. Bildnachweis: Give Vision)

„Ich bin fast noch mehr gespannt auf das Potenzial der Nicht-Gaming-Nutzung von Virtual Reality“

„Neben Spielen fasziniert mich Nicht-Gaming-VR“, sagt Anderson. „Apollo 11 VR lässt Mondlandung erleben – unglaublich!“

Moorfields Eye Hospital kooperiert mit Give Vision am SightPlus-Headset: Vergrößerung, Kontrast- und Farbanpassung. Apps wie Super Vision Cardboard oder Samsungs Relúmīno erweitern das.

Diese Technologien wie HTC Vive oder Oculus Rift bergen Potenzial gegen Sehbehinderungen. Bald könnten VR-Hilfen alltäglich sein. Vorerst tauche ich in das 1940er-L.A. von L.A. Noire ein.