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Phantom Secure-Skandal: CEO lieferte 20.000 modifizierte BlackBerry-Telefone an Drogenkartelle

Das klingt wie ein Drehbuch zu Narcos trifft Silicon Valley – doch es ist bittere Realität. Vincent Ramos, CEO des kanadischen Unternehmens Phantom Secure, und vier Mitarbeiter stehen vor Gericht. Das US-Justizministerium wirft ihnen Verschwörung mit Drogenkartellen vor, um den globalen Drogenhandel durch speziell modifizierte BlackBerry-Telefone zu fördern.

Phantom Secure-Skandal: CEO lieferte 20.000 modifizierte BlackBerry-Telefone an Drogenkartelle

Die Geräte boten eine überdurchschnittlich starke Verschlüsselung und waren auf Textnachrichten beschränkt. Das erschwerte Strafverfolgungsbehörden weltweit die Überwachung von Kartellen. Telefonate wurden automatisch über Länder wie Panama und Hongkong umgeleitet.

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Aus Gerichtsakten geht hervor, dass Phantom Secure die Handys gezielt an Kriminelle vermarktete. Sie priesen sie als resistent gegen Entschlüsselung, Abhörversuche oder Zugriffe Dritter. Das Unternehmen versprach sogar die „Vernichtung von Beweisen“, falls ein Gerät kompromittiert würde – etwa durch Informanten oder Polizei.

Phantom Secure-Skandal: CEO lieferte 20.000 modifizierte BlackBerry-Telefone an Drogenkartelle

Vor der Anklage waren rund 20.000 solcher Telefone im Umlauf. Sie wurden über ein Abo-Modell für 2.000 bis 3.000 US-Dollar (ca. 1.450 bis 2.150 Euro) pro Halbjahr vertrieben. Neue Kunden brauchten eine Empfehlung von Bestandskunden, um die Nutzerbasis strikt zu kontrollieren.

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„Mit dieser wegweisenden Strafverfolgung zerstören wir die Kommunikationsinfrastruktur, die Kriminellen wie Drogenhändlern dient“, erklärte US-Staatsanwalt Adam Braverman. „Phantom Secure profitierte von Aktivitäten transnationaler Verbrecherorganisationen. Wir bekämpfen sie konsequent.“

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Es handelt sich um den ersten Fall dieser Art gegen ein Unternehmen in den USA. Die Phantom Secure-Telefone sind nun deaktiviert. Der Vorfall unterstreicht Spannungen zwischen Behörden und Tech-Firmen zu Verschlüsselung und Datenschutz – erinnert sei an den Apple-FBI-Streit 2016 um das iPhone des San-Bernardino-Attentäters.