Ein kostengünstiges und benutzerfreundliches Diagnosesystem für Melanom-Hautkrebs aus der McMaster University, Kanada, hat den internationalen James Dyson Award gewonnen. Es ermöglicht Früherkennung, rettet Leben und entlastet das Gesundheitswesen erheblich.

Das sKan-Gerät, entwickelt von vier Ingenieurstudenten, misst Hauttemperaturen. Krebszellen weisen eine höhere Stoffwechselrate auf, weshalb Krebsgewebe nach Abkühlung – etwa durch einen Eisbeutel – schneller Wärme zurückgewinnt als gesundes Gewebe.
sKan nutzt Thermistoren als Sensoren, um Wärmeunterschiede in Signale umzuwandeln. Nach der Messung entsteht eine präzise Wärmekarte der Haut, die zusammen mit einer Melanom-Wahrscheinlichkeitsangabe nicht-invasiv präsentiert wird.
Besonders beeindruckend: sKan verzichtet auf teure Wärmebildkameras und hält die Kosten unter 1.000 USD (ca. 764 GBP).

Siehe auch: Wird tragbare Technologie ein zweistufiges Gesundheitssystem schaffen? Die Low-Tech-Erfindungen retten Leben in Entwicklungsländern. Könnten Apps und Implantate Pillen und Rezepte ersetzen?
"Durch den Einsatz gängiger, günstiger Komponenten macht sKan die Melanom-Erkennung weltweit zugänglich", lobt James Dyson. "Ein cleveres Gerät mit Potenzial, unzählige Leben zu retten – daher der internationale Award."
Das Team erhält 30.000 GBP zur Weiterentwicklung für FDA-Zulassung und klinischen Einsatz.
Im UK: 37 Melanom-Diagnosen täglich, ca. 2.500 Hautkrebs-Tote jährlich. Ein solches Tool kann Früherkennung revolutionieren. Zweitplatzierte: Italienischer abfallfreier 3D-Druck-Roboterarm und deutsches LED-Injektionssystem (je 5.000 GBP).
UK-Gewinner: Ryan Yasins (24) Petit Pli – origami-inspirierte Kinderkleidung, die mitwächst. Auxetische Stoffe dehnen sich dicker statt dünner. Maschinenwaschbar, für Oberbekleidung.
Interessiert an low-cost Lösungen? Lesen Sie unseren Artikel zu Low-Tech-Innovationen, die in Entwicklungsländern Leben retten.